Impulse für jeden Tag

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20. Januar 2021

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,

weiter Raum und Freiheit sind seit den gestrigen Beschlüssen scheinbar wieder in unbefristete Ferne gerückt.
Bei Gott sieht das anders aus.
Er stellt uns mit unseren Gedanken und Herzen in den weiten Raum seiner Nähe und in mir bricht sich die Hoffnung Bahn, dass wir in diesen Tagen die Talsohle durchschreiten.
Und dafür gibt es eine wichtige Erkenntnis:
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/corona-verschaerfung-shutdown-mutationen-kommentar-100.html
Ich vertraue auf Gott und meine Intuition und beginne mit den Gemeindekirchenräten die Ideen der letzten Wochen zu beraten. Ich hoffe, dass uns das tragen wird durch die nächsten Wochen.
Und wenn dann möglich wird, was mir viele Eindrücke und Zufälle in den letzten Tagen zugespielt haben, dann wünsche ich mir, dass wir bereit sind aufzubrechen, mit ganz konkreten Zielen, Schritten, Visionen für die frohe Botschaft, die da lautet – wie zu aller Unzeit:

Du – Gott – gibst meinen Schritten weiten Raum, und meine Knöchel wanken nicht.
2. Samuel 22,37

Amen.

Dazu das Video des gestrigen abends:

Leider völlig quer im Format und immer noch ohne Mikro aufgrund einer spontan erforderlichen Planänderung – dieses Mal aus Brüheim…

Und einige wunderbare Kirchen-Hoffnungsbilder aus der Konfi-Arbeit der letzten Woche – dieses Mal aus der wunderbaren Gustav-Adolf-Kirche zu Friedrichswerth (Fotos: Tim Burkhardt):

19. Januar 2021

Am Luthergedenkstein bei Stotternheim…

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,

zufällig sind wir gestern mit der Lektüre des Buches Levitikus, also des 3. Buches Mose auf die Frage nach der Fülle der Gesetzesregelungen gestoßen, die doch so weit über die Regeln der 10 Gebote hinausgeht.
Und damit verbunden ist natürlich die Frage, wie sich das Verhältnis zwischen dem Bund Gottes mit seinem Volk Israel des Alten Testamentes (der erste Bund des ersten Testamentes) und dem Bund Gottes durch Jesus im Neuen Testament (der Bund des Zweiten Testamtentes) verstehen lässt.
Heute also die Erklärung des Paulus in der täglichen Bibellesung im Römerbrief, 9. Kapitel, 20 bis 10. Kapitel, Vers 8:

Die Suche nach Gerechtigkeit

30Was wollen wir hierzu sagen?

Die Heiden, die nicht der Gerechtigkeit nachjagten, haben Gerechtigkeit erlangt, nämlich die Gerechtigkeit, die aus dem Glauben kommt. 31Israel aber, das dem Gesetz der Gerechtigkeit nachjagte, hat das Gesetz nicht erreicht.

32Warum das? Weil es die Gerechtigkeit nicht aus Glauben suchte, sondern als komme sie aus Werken. Sie haben sich gestoßen an dem Stein des Anstoßes, 33wie geschrieben steht (Jes 8,14; 28,16): »Siehe, ich lege in Zion einen Stein des Anstoßes und einen Fels des Ärgernisses; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden.«

101Brüder und Schwestern, meines Herzens Wunsch ist und ich flehe auch zu Gott für sie, dass sie gerettet werden. 2Denn ich bezeuge ihnen, dass sie Eifer für Gott haben, aber ohne Einsicht. 3Denn sie erkennen die Gerechtigkeit nicht, die vor Gott gilt, und suchen, ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten, und sind so der Gerechtigkeit Gottes nicht untertan. 4Denn Christus ist des Gesetzes Ende, zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt.

5Mose schreibt von der Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt (3. Mose 18,5): »Der Mensch, der dies tut, wird dadurch leben.« 6Aber die Gerechtigkeit aus dem Glauben spricht so (5. Mose 30,11-14): »Sprich nicht in deinem Herzen: Wer will hinauf gen Himmel fahren?« – nämlich um Christus herabzuholen; 7oder: »Wer will hinab in die Tiefe fahren?« – nämlich um Christus von den Toten heraufzuholen. 8Aber was sagt sie? »Das Wort ist dir nahe, in deinem Munde und in deinem Herzen.« Dies ist das Wort vom Glauben, das wir predigen.

Vielleicht wäre es manchmal besser gewesen, nichts zu sagen.

Und ich denke, für manche Fragen gilt das auch heute noch.

Ich glaube, dass die wichtigste Erkenntnis für unser aller Leben und den Frieden unter den Menschen diejenige ist:
Wir sind unterschiedlich, Gottes Ebenbild, in der Vielfalt.
Es gibt keinen Anlass, dass wir uns und unseren jeweiligen Glauben in Frage stellen. Gottes Wege sind so vielfältig wie wunderbar.
Die Diskussion um richtige oder falsche Wege steht uns nicht zu.
Persönliche Kriterien sind wohl Freiheit – der freie Wille eines jeden Mensch – Frieden und Liebe.
Und diesen Frieden gilt es gemeinsam zu verfolgen, im wechselseitigen Verständnis der unterschiedlichen Wege, die wir gehen – und Gott auch.
Es gab immer wieder die These, dass am Ende die Religionen den Anstoß für große Zerwürfnisse in der Weltgeschichte geben werden.
Ich glaube, das wäre in keinem Fall im Sinne eines Gottes, der sich im Kern immer wieder durch seine Zuwendung und sein Ringen und seinen Eifer um unser Leben offenbart.

Israel ist das erwählte Volk Gottes und durch alle Geschichten des Abfalls und Zorns hält Gott ihm immer wieder die Treue – manchmal auch durch Niederlagen, vielleicht um Menschen auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen. So wird es jedenfalls oftmals erklärt.
Wir sind Menschen, brauchen Gottes Weisung und seine Liebe.
Wenn wir uns benehmen, als könnten wir an Gottes Stelle treten, fallen wir tief – immer noch.

Ich persönlich stehe für meinen Glauben und das ist der an Jesus Christus und der hat alle meine Fehler, all das, wo ich sein Gesetz nicht erreicht habe, hinter sich und hinter mich gestellt. Und so stehe ich jetzt mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsache, dass alle Menschen Fehler machen, auch ich und das mich das weiterbringt. Nicht weiter weg von Gott, sondern weiter auf dem Weg zur Einsicht, zu Eifer für Gott und die Rettung durch ihn, auch für meine Tage und die Tage aller Menschen in dieser Zeit.
Ich versuche daher, auf ihn zu hören, ihn zu suchen, seinen Willen zu ergründen und ich habe den Eindruck, dass diese Suche viele gläubige Menschen verbindet, über alle Grenzen, auch die der Religion und Nationalität hinaus. Ein neuer gemeinsamer Weg liegt als Sehnsucht in unseren Herzen und ich will daran glauben.
Wenn es einen ersten und einen zweiten Bund gibt, wäre es dann nicht im Sinne eines dreieinigen Gottes auf dem Weg zur Rettung der Welt, also dem Weg in die letzte Zeit, wenn Gott noch einen dritten Weg, einen dritten Bund, also ein drittes Testament in der Weltgeschichte aufschlagen würde.
Und vielleicht sind es ja schon ganz viele der Wege mehr an Zahl.
Creatio Continua – eine andauernde Neuschöpfung der Welt, von Weltzeit zu Weltzeit, als Gott, der in jeder Zeit derjenige ist, der er in der jeweiligen Zeit sein wird (2. Mose 3,14) oder eben derjenige, der sich uns Christen offenbart hat in dreierlei Weise, nämlich:


Im Namen GOTTES, des VATERS und des SOHNES und des HEILIGEN GEISTES.

Und aller guten Dinge – sagt ein Sprichtwort – sind drei.
Und ganz sicher bin ich mir: an Gott führt kein Weg vorbei.
AMEN

18. Januar 2021

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,
heute aus persönlichen Gründen etwas verspätet einige Gedanken von einem Gottesdienst der Schwestern und Brüder aus der Ökumene zu folgendem beindruckenden Textzeugnis aus dem Alten Testament:

Das erste Buch Samuel (1.Sam 3,1-21)

Samuels Berufung

3 1 Und zu der Zeit, als der Knabe Samuel dem Herrn diente unter Eli, war des Herrn Wort selten, und es gab kaum noch Offenbarung.

2 Und es begab sich zur selben Zeit, dass Eli lag an seinem Ort, und seine Augen fingen an, schwach zu werden, sodass er nicht mehr sehen konnte.

3 Die Lampe Gottes war noch nicht verloschen. Und Samuel hatte sich gelegt im Tempel des Herrn, wo die Lade Gottes war.

4 Und der Herr rief Samuel. Er aber antwortete: Siehe, hier bin ich!,

5 und lief zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich gerufen. Er aber sprach: Ich habe nicht gerufen; geh wieder hin und lege dich schlafen. Und er ging hin und legte sich schlafen.

6 Der Herr rief abermals: Samuel! Und Samuel stand auf und ging zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich gerufen. Er aber sprach: Ich habe nicht gerufen, mein Sohn; geh wieder hin und lege dich schlafen.

7 Aber Samuel kannte den Herrn noch nicht, und des Herrn Wort war ihm noch nicht offenbart.

8 Und der Herr rief Samuel wieder, zum dritten Mal. Und er stand auf und ging zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich gerufen. Da merkte Eli, dass der Herr den Knaben rief.

9 Und Eli sprach zu Samuel: Geh wieder hin und lege dich schlafen; und wenn du gerufen wirst, so sprich: Rede, Herr, denn dein Knecht hört. Samuel ging hin und legte sich an seinen Ort.

10 Da kam der Herr und trat herzu und rief wie vorher: Samuel, Samuel! Und Samuel sprach: Rede, denn dein Knecht hört.

11 Und der Herr sprach zu Samuel: Siehe, ich werde etwas tun in Israel, dass jedem, der davon hört, beide Ohren gellen.

12 An dem Tage will ich über Eli kommen lassen, was ich gegen sein Haus geredet habe; ich will es anfangen und vollenden.

13 Denn ich hab’s ihm angesagt, dass ich sein Haus für immer richten will um der Schuld willen, dass er wusste, wie seine Söhne sich schändlich verhielten, und hat ihnen nicht gewehrt.

14 Darum habe ich dem Hause Eli geschworen, dass die Schuld des Hauses Eli niemals gesühnt werden solle, weder mit Schlachtopfern noch mit Speisopfern.

15 Und Samuel lag bis an den Morgen und tat dann die Türen auf am Hause des Herrn. Samuel aber fürchtete sich, Eli von der Erscheinung zu berichten.

16 Da rief ihn Eli und sprach: Samuel, mein Sohn! Er antwortete: Siehe, hier bin ich!

17 Er sprach: Was war das für ein Wort, das er dir gesagt hat? Verschweige mir nichts. Gott tue dir dies und das, wenn du mir etwas verschweigst von all dem, das er dir gesagt hat.

18 Da sagte ihm Samuel alles und verschwieg ihm nichts. Er aber sprach: Es ist der Herr; er tue, was ihm wohlgefällt.

19 Samuel aber wuchs heran, und der Herr war mit ihm und ließ keines von allen seinen Worten zur Erde fallen.

20 Und ganz Israel von Dan bis Beerscheba erkannte, dass Samuel damit betraut war, Prophet des Herrn zu sein.

21 Und der Herr erschien weiterhin zu Silo, denn der Herr offenbarte sich Samuel zu Silo durch das Wort des Herrn.

Und zu der Zeit, als der Knabe Samuel dem Herrn diente unter Eli, war des Herrn Wort selten, und es gab kaum noch Offenbarung.

Ich lese diese Buchstaben wie eine Beschreibung unserer Gegenwart.
Der Kollege gestern schlug eine Parallele zum Zustand der Kirche in Europa, aber auch zwischen den unterschiedlichen Generationen in unserem Land.
Unsere Kirche und deren Verantwortliche sind alt geworden.
Sie sehen und hören nicht mehr richtig, auch Gottes Rufen hören sie nicht.
Doch da gibt es junge Menschen, wie den jungen Samuel.
Sie hören, wenn Gott ruft, aber sie haben noch keine Erfahrung, sind noch nicht vertraut mit der Zuordnung der Stimme.
Wenn beide ins Gespräch kommen und sich bewusst werden, was da wirklich geschieht, dann entsehen neue Wege in die Zukunft.
Eli kann Samuel lehren, die richtigen Worte zu finden, um auf Gottes Wort adäquat zu reagieren.
Samuel kann dem schwerhörigen Eli mitteilen, was er von Gott empfangen hat, nachdem er seine Angst überwunden hat und Eli Samuel als Mittler anerkennt.

Und so wurde es in der Geschichte möglich, dass ein neuer Prophet autorisiert wird und dem Volk wieder Ziel und Richtung gibt.

Was wäre das für ein Segen in diesen Tagen.

Ich glaube, hilf meinem Unglauben.

Amen.

Sonntag, 17. Januar 2021

Das Lied zur heutigen Losung:

Und ein Gottesdienst aus einer Zeit, ganz ähnlich wie heute und mit dem Text der Jahreslosung für 2021 als immer wiederkehrender Dank und Empfehlung zur Achtsamkeit:

Die Welt verändern… …eine Chance für jeden Menschen, in jeder denkbaren Situation.

16. Januar 2021

Jesus betet:  Ich bitte dich nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen.
Johannes 17,15

15. Januar 2021

Es krankt noch an der Kameraführung, Licht und Ton, aber Versuch und Irrtum sollen nicht vom Kern der Botschaft abhalten…

Der zwölfjährige Jesus im Tempel

Evangelium nach Lukas, Kapitel 2, Verse 41-52

41Und seine Eltern gingen alle Jahre nach Jerusalem zum Passafest. 42Und als er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf nach dem Brauch des Festes. 43Und als die Tage vorüber waren und sie wieder nach Hause gingen, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem, und seine Eltern wussten’s nicht. 44Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten. 45Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wieder nach Jerusalem und suchten ihn.

46Und es begab sich nach drei Tagen, da fanden sie ihn im Tempel sitzen, mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie fragte. 47Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich über seinen Verstand und seine Antworten. 48Und als sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Kind, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. 49Und er sprach zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich sein muss in dem, was meines Vaters ist? 50Und sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen sagte. 51Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und war ihnen gehorsam. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. 52Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.

14. Januar 2021

Aus dem ökumenischen Bibelleseplan:

Die Heilung eines Aussätzigen (Lk 5, 12-16)

12 Und es begab sich, als er in einer der Städte war, siehe, da war ein Mann voller Aussatz. Als der Jesus sah, fiel er nieder auf sein Angesicht und bat ihn und sprach: Herr, willst du, so kannst du mich reinigen. 13 Und er streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will’s tun, sei rein! Und sogleich wich der Aussatz von ihm. 14 Und er gebot ihm, dass er’s niemandem sagen sollte. Geh aber hin und zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, wie Mose geboten hat, ihnen zum Zeugnis. 15 Aber die Kunde von ihm breitete sich immer weiter aus, und es kam eine große Menge zusammen, zu hören und gesund zu werden von ihren Krankheiten. 16 Er aber entwich in die Einöde und betete.

Gott ist systemrelevant.

Als man noch damit gerechnet hat, war es so:

  1. Wenn Gott will, so kann er reinigen.
  2. Wenn Gott handelt, bleibt es nicht geheim.
  3. Wenn Menschen davon hören, kommen sie, mit Hoffnung und Dankbarkeit.

Heute erlebe ich es so:

  1. Wenn ich gesund werde, ist es die Medizin.
  2. Wenn mir Gott begegnet, schweige ich lieber.
  3. Sollte ich Menschen doch von Gott erzählen, lachen sie mich aus und erklären mich für verrückt.

Und trotzdem:

Gott ist systemrelevant.

Die heutigen Texte aus den Losungen sind nicht veraltet.

Sie wollen gelebt werden, damit wir Gott wieder erleben.

13. Januar 2021

Von den ungleichen Söhnen

28Was meint ihr aber? Es hatte ein Mann zwei Söhne und ging zu dem ersten und sprach: Mein Sohn, geh hin und arbeite heute im Weinberg. 29Er antwortete aber und sprach: Ich will nicht. Danach aber reute es ihn, und er ging hin.

30Und der Vater ging zum andern Sohn und sagte dasselbe. Der aber antwortete und sprach: Ja, Herr!, und ging nicht hin.

31Wer von den beiden hat des Vaters Willen getan?

Sie sprachen: Der erste. Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Die Zöllner und Huren kommen eher ins Reich Gottes als ihr. 32Denn Johannes kam zu euch und wies euch den Weg der Gerechtigkeit, und ihr glaubtet ihm nicht; aber die Zöllner und Huren glaubten ihm. Und obwohl ihr’s saht, reute es euch nicht, sodass ihr ihm danach geglaubt hättet. (Mt 21, 28-32)

12. Januar 2021

Einen kleinen Eindruck von der schwungvollen und die Seele aufheiternden Musik von Regionalkantor Johannes Götze gibt es hier.

11. Januar 2021

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,

der Gottesdienst rund um die Taufe Jesu und unsere Taufe als Glieder an seinem Leib, sichtbar als Gemeinde vor Ort hat uns gestern ein wunderschönes Erlebnis ermöglicht, in Brüheim:

Nach etlichen grauen Tagen mit verhangenem Himmel ist an diesem Morgen der Himmel aufgerissen, bereits beim ersten Gottesdienst in Eberstädt, auch innerlich. Chris an der Orgel und Sandra als Sängerin – ein himmliches Erleben.
In Brüheim dann hat sich der Himmel gänzlich aufgetan, als wollte er erneut bestätigen: Dies ist mein geliebter Sohn – immer noch. Auch in diesen Tagen.

Eigentlich haben wir bekommen, was viele in unserer Gesellschaft in den letzten Jahren gelebt haben – keinen lebendigen Leib, sondern eine „Ellenbogengesellschaft“. So sichtbar war es selten:

Social distance to prevent corona virus

(https://www.personalwirtschaft.de/assets/_processed_/csm_krisenmanagement_400_09bddb1cfc.jpg)

Doch Gott macht einen Unterschied, auf Erden und im Himmel.

  1. Er hat sich auf die Welt eingelassen. Auf Geburtswehen, Windeln, Bauchschmerzen, Dunkelheit, Angst, Streit und er ist getauft, wie wir. Und nach der Taufe räumt er auf, im Tempel, mit Krankheit, bösen Geistern, Ungerechtigkeit und dem Tod. Und dabei hat er uns gezeigt, was das Gute und das Wohlgefällige sein könnte, nämlich ganz anders als es in der Welt zugeht.
  2. Durch ihn sind wir auf seinen Namen getauft. Nicht mehr und nicht weniger. Anders als in den Hierarchien unserer Welt, gibt es für uns und untereinander keinen Grund, zu unterscheiden. Wir sind getauft. Wir gehören alle zu einem Leib, schreibt Paulus im Römerbrief, Kapitel 12, 1-8. Und wenn ich nur einen winzigen Teil von diesem Leib nicht funktioniert, dann gerät er aus dem Gleichgewicht.

Und die Zusammenfassung aus beidem bedeutet: Es macht keinen Unterschied, welche Funktion wir haben und niemand darf fehlen, jeder ist gebraucht, wenn jeder seine Funktion übernimmt. Und das wünsche ich mir mehr und mehr.

Meine Bitte an alle, und das nehmt bitte mit: Ihr seid getauft. Auf der Erde habt ihr Euren Platz und im Himmel sind Eure Namen geschrieben. Zieht Euch nicht zurück! Macht mit, nach Euren Möglichkeiten. Wir brauchen Dich! Du bist wichtig! Und Du darfst es gerne tun, ganz viel, mittel oder ganz wenig, aber lass den Leib lebendig bleiben.

Jesus war getauft und Du bist es auch. Gottes Geist ruht also auf Dir, schon ganz lange.

„Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder und ihr habt eine Aufgabe an dem Körper der Gemeinde heißt.“

Hast Du Deine schon gefunden?

Und der Herr segne Dich und behüte Dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe dir das Glück der Teilhabe in dieser Zeit +. Amen.

10. Januar 2021

Der Knecht Gottes, das Licht der Welt
1 Siehe, das ist mein Knecht, den ich halte, und mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe ihm meinen Geist gegeben; er wird das Recht unter die Heiden bringen. 2 Er wird nicht schreien noch rufen, und seine Stimme wird man nicht hören auf den Gassen. 3 Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. In Treue trägt er das Recht hinaus. 4 Er selbst wird nicht verlöschen und nicht zerbrechen, bis er auf Erden das Recht aufrichte; und die Inseln warten auf seine Weisung. 5 So spricht Gott, der HERR, der die Himmel schafft und ausbreitet, der die Erde macht und ihr Gewächs, der dem Volk auf ihr den Atem gibt und Lebensodem denen, die auf ihr gehen: 6 Ich, der HERR, habe dich gerufen in Gerechtigkeit und halte dich bei der Hand. Ich habe dich geschaffen und bestimmt zum Bund für das Volk, zum Licht der Heiden, 7 dass du die Augen der Blinden öffnen sollst und die Gefangenen aus dem Gefängnis führen und, die da sitzen in der Finsternis, aus dem Kerker. 8 Ich, der HERR, das ist mein Name, ich will meine Ehre keinem andern geben noch meinen Ruhm den Götzen. 9 Siehe, was ich früher verkündigt habe, ist gekommen. So verkündige ich auch Neues; ehe denn es sprosst, lasse ich’s euch hören.
Jesaja 42, 1-9

Du bist auch getauft?

Na dann los…

Wochenspruch: Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. (Röm 8,14)

9. Januar 2021

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,

das Thema heute: Gottes Gerechtigkeit.
Viele Menschen verstört das Gleichnis – die Arbeiter im Weinberg. In den Texten der heutigen Losung ist es gesetzt und der Hausherr wirkt ungerecht – bis heute.
Spätestens in der Schule lernen wir, dass Leistung und Lohn eng miteinander verbunden sind. Für Gott ist das anders. Bei ihm gilt das nicht. Der Unterschied beginnt bereits im Verständnis von dem, was Belohnung bedeutet.
Bei Gott geht es nicht ums Überleben, sondern um wahres Leben.

Mir ist im vergangenen Jahr ein Licht aufgegangen.
Es ist nicht enscheidend, ob ich bekomme, was ich mir erarbeitet und damit vielleicht auch verdient habe, oft durch einen Einsatz, der mich an alle meine Grenzen gebracht hat.
Gottes Lohn verspricht Lebensglück.
Und das beginnt bereits, wenn Du mit der Arbeit für ihn beginnst.
Noch während Du auf dem Marktplatz nach Arbeit suchst, bist Du bereits wertvoll für ihn. Dann vielleicht sogar besonders.
Denn dann bist Du bereit, Dir etwas schenken zu lassen, was Dir zu verdienen vielleicht nicht gelungen ist.
Der eigentliche Lohn besteht darin, dass es nichts besseres gibt, als im Weinberg Gottes arbeiten zu dürfen. Je früher man damit beginnt, desto früher wird man glücklich. Und Gottes Geschenk ist, dass es zum Leben reicht.
Und Leben bei Gott bedeutet, glücklich sein.
Gott nahe zu sein ist mein Glück. (Jahreslosung 2014)
Und noch was…:
Leben und Kämpfen haben ebenso wenig zwangsläufige Gemeinschaft, wie Lohn und Glück.
Leben ist ein Geschenk, vom ersten Moment an.
Viele Menschen haben sich da lange Zeit geirrt, aber selbst dieser Irrtum wurde inzwichen wissenschaftlich widerlegt:
https://www.xing.com/news/articles/diese-eine-sache-macht-dich-noch-glucklicher-als-geld-3531213?cce=em5e0cbb4d.%3A1UKj3GLVa78urrIq2RQkBD

Und der Herr segne Dich und behüte Dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe dir das Glück der Mitarbeit an Gottes Weinberg in dieser Zeit +. Amen.

8. Januar 2021

Über die Geduld

Man muss den Dingen
die eigene, stille
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann,
alles ist austragen – und
dann gebären…

Reifen wie der Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer
kommen könnte.

Er kommt doch!

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind, als ob die Ewigkeit
vor ihnen läge,
so sorglos, still und weit…

Man muss Geduld haben

Mit dem Ungelösten im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antworten hinein.

Rainer Maria Rilke

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,

das Leben ist eine Gratwanderung zwischen so vielen Vorgaben, Anforderungen, Herausforderungen, Antreibern, Unsicherheit und immer wieder der Geduld.
Das Gedicht über die Geduld ist mir besonders wichtig geworden und es hat mich immer wieder eingeholt, wenn ich in meinem Leben zu forsch war mit meinen Plänen, meinen Zielen.
Ein afrikanisches Sprichtwort sagt:
„Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“
Aber das Gras wächst auch nicht, wenn es vertrocknet.
Vor meinem letzten Pfarrhaus gab es einen kleinen Vorgarten.
Bis zu meinem Amtsantritt dort gab es eine Birke, die dem Rasenanteil dort Schatten gespendet hat. Birken werfen aber auch allerhand Blätter und Samen ab, so dass die Birke weichen musste, kurz vor dem Einzug. Ich hätte sie gerne behalten, konnte aber nicht mehr mitreden.
Das Pfarrhaus wurde saniert, eine Trainage eingebaut, um den Keller trocken zu legen und schließlich die Rasenfläche im Vorgarten neu eingesät – 8 Jahre lang, jedes Jahr neu.
Der gesäte Rasen ist trotz aller Bewässerung unter Mithilfe von fleißigen Helfern immer wieder verbrannt.
Es war zu trocken, es gab keinen Schatten und auch die beste Rasensaat hat die sengende Sonne nicht überlebt, nicht auf Dauer.
Es gibt zahlreiche Beispiel in der Bibel, die von solchen Erfahrungen des Nichtgedeihens erzählen.
Menschen, oft Propheten, haben einen Auftrag und niemand will ihn hören. Ihre Worte vertrocknen auf dem Weg. Niemand will es hören.
In der heutigen Tageslesung geht es um den Propheten Bileam und dort ist ein für mich entscheidender Satz zu lesen:


17Ich sehe ihn, aber nicht jetzt; ich schaue ihn, aber nicht von Nahem.
(4. Mose 24,17)

Es ist die Erfahrung, dass die besten Lösungen für die Herausforderungen einer Zeit, nicht nur vorhanden sein müssen, sondern dass es auch noch den richtigen Zeitpunkt braucht, damit die Lösung auf fruchtbaren Boden fällt und aufgehen kann.
Eine Erkenntnis, die allen Gartenliebhabern vertraut sein dürfte.
Ich habe allerhand solcher Momente von fruchtbarem Boden, richtigen Zeitpunkten, biblisch „Kairos“ erlebt und gelebt.
Der Kairos für eine Neubesinnung auf die Bedeutung des Glaubens und des Zusammenhaltes in unserer einen Welt war lange Zeit greifbar und ist es noch.

Ich hoffe, dass er nicht abgelöst wird von unseren menschlichen Möglichkeiten, Gefahren zu begegnen und dass am Ende nicht wieder nur der Machbarkeitswahn menschengemachter Möglichkeiten bleiben und der Profit für so viele Haupt- und Nebenakteure bis hin zu Wahlkampfkampagnen in einer Zeit, in der es allerhand lebenswichtige Entscheidungen zu treffen gibt.
Ich hoffe, dass doch einige erkennen, dass unsere Möglichkeiten begrenzt bleiben und dass wir gerade auf dem Weg waren, Neues zu lernen, mehr als nur zurück zum Vorher der Pandemie-Zeit.
Dafür ist es ohnehin zu spät.
Aber die Losungstexte sprechen von Geduld.
Ich bin neugierig und geduldig und würde mir wünschen, dass wenigstens das Eine bleibt:
Es ist kein Zufall, wenn zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Dinge geschehen.
Es ist nicht nur unser Verdienst, wenn Lösungen greifen.
Gott wirkt durch die Zeit, durch uns und ich bin überzeugt er wünscht sich nicht viel mehr, als dass wir begreifen, wem wir die vielen guten Lösungen letztlich zu verdanken haben. Am Ende soll nicht nur die eine verhängsnisvolle Geschichte bleiben, die eigentliche Wurzel aller Probleme in unserer Welt:

„Und die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der Herr gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? 2Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; 3aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet! 4Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, 5sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.“ (1. Mose 3)

Damals war Gott gleichgültig geworden und ist es für viele geblieben und immer wieder geworden und viele haben sich nicht einmal dafür geschämt. Wie Adam und Eva, obwohl sie in seinem Namen zu handeln behaupten – bist heute. Und viele haben es sogar abgelehnt, in seinem Namen im Großen Verantwortung zu übernehmen. Nur davor wünsche ich uns, bewahrt zu bleiben.

Lieber berge ich mich unter dem Schatten seiner Flügel und suche dort, klar abzuwägen, auch in der Hitze der sengenden Sonne und halte Ausschau nach guten Lösungen oder nur der Einsicht und dem Bekenntnis von Vielen: Gott wirk durch die Zeit. In Jesus hat er gezeigt, was Leben bedeutet, wahres Leben. Ihm will ich vertrauen, ihm danken, ihm folgen, von seinem Geist begeistert sein.
Und Du?

Und der Herr segne Dich und behüte Dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe dir das Vertrauen in Gottes Möglichkeiten und die Dankbarkeit dafür in dieser Zeit +. Amen.

7. Januar 2021 – „Wir sollten einmal miteinander reden!“

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,

ich bekomme zunehmend Rückmeldung auf meine Impuls-Sammlung auf dieser Seite und freue mich sehr darüber.
Ich möchte mich deshalb heute einmal ausdrücklich

BEDANKEN,

denn durch den Austausch miteinander wird unsere Suche nach Wahrheit und Löungen lebendig, aufrichtig, bunt.
Es gibt zahlreiche Beispiele in der Kirchengeschichte und deren gelebter Praxis in den Gemeinden, in denen durch Austausch wesentliche Aufbrüche entstanden sind. Diese Tage tragen m.E. gerade besonders viele Früchte im Blick auf Ideen – so mein Eindruck aus dem Video-Treffen mit der versammelten Weinbergsarbeiterschar im Kirchenkreis und das macht Mut und Lust auf Kirche.

Und bei allen Ideen habe ich auch herausgehört:

Es geht erst mal noch nicht um Originalität – die entsteht automatisch.

Es geht um Beteiligung vieler Menschen und deren Bedürfnisse.

Einzel-Ideen – je einfallsreicher desto besser – bleiben Zufallstreffer.

Treffer werden es, wenn es auf die Bedürfnisse der Menschen trifft.

Diese Bedürfnisse kann man erfragen.
!UND GENAU DAZU MÖCHTE ICH HEUTE ERMUTIGEN!
„Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ ABER: Ich halte die Augen offen.


„Dem Volk aufs Maul schauen“, „deutsch miteinander reden“ – es ist eines der bekanntesten Luther-Zitate und stammt aus der Schrift, mit der er seine Bibelübersetzung gegen Kritiker verteidigt, „Esel“ nennt er sie: „Man muß nicht die Buchstaben in der lateinischen Sprache fragen, wie man soll Deutsch reden, wie diese Esel tun, sondern man muß die Mutter im Hause, die Kinder auf der Gassen, den gemeinen Mann auf dem Markt darum fragen und denselbigen auf das Maul sehen, wie sie reden, und darnach dolmetschen; da verstehen sie es denn und merken, daß man deutsch mit ihnen redet.“ (vgl. https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/viele-redewendungen-gehen-auf-martin-luther-zurueck-15045825-p3.html)

Ein schwieriges Unterfangen in diesen Tagen, aber eben mit jede Menge erfolgreicher Beispiele hinterfüttert: https://www.nikolai-spandau.de/page/5231/ladenkirche
In einer meiner Ausbildungen habe ich gelernt, dass die besten Ergebnisse entstehen, wenn zwei Meinungen oder Positionen aufeinandertreffen. Und je gegensätzlicher, desto mehr Spielraum gibt es für gute Lösungen, wenn sich alle Seiten darauf einlassen.
So entstehen aus einer These und beispielsweise deren Antithese, neue Lösungen in Form der Synthese. Also eine dritte These.
In der Geschichte Gottes mit seinem Volk ist für mich der Durchzug durch das Schilfmeer so ein wundervolles Beipsiel.
Durch das Land der Philister wollte Gott sein Volk nicht führen, weil er Angst hatte, dass die Unruhen dort das Volk zurückschrecken könnten. In der Wüste geht es nicht weiter, aber dann tut sich ein Weg auf, der vorher für niemanden sichtbar war (,außer vermutlich für Gott). Siehe auch den Impuls vom Altjahresabend 2020.
Der heutige Losungstext:

Ich bin dein, hilf mir.

Er erinnert mich auch an so einen Dialog zwischen zwei Menschen. Eindrücklich hinterlegt wurde dieser Dialog durch den bislang bekanntesten Lutherfilm.

Quelle: https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=&ved=2ahUKEwi25K-nmYnuAhWNHOwKHbzwASYQFjABegQIAxAC&url=https%3A%2F%2Fwww.marburger-medien.de%2Ffiles%2Foneo%2FPDF%2F161017-VER-Text-Lutherfilm-Dialoge.pdf&usg=AOvVaw1In95yeQMmsdIPsXBYqWiW

Und das ist für mich ein schönes Beispiel im Blick auf das Gefühl der Hilflosigkeit für ein gelingendes Leben in unseren Tagen, in dem sich jeder zuordnen darf, wo er gerade steht und vielleicht reicht das ja, um im Dialog mit sich selbst und Gott und im Bewusstsein des eigenen Standpunktes, um Lösungen für diese Tage zu finden – im Großen und im Kleinen – in politischer Verantwortung und in persönlicher Verantwortung, an Deinem Platz im Leben.
Mir reicht der innere Dialog nicht. Ich brauche Input, um ihn konstruktiv zu vernetzen und deshalb freue ich mich über jede Menge Rückmeldungen, Thesen, Antithesen und Synthesen. Bitte sag mir, wie es DIR geht!
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Vielen Dank im Voraus fürs TEILEN.

Und der Herr segne Dich und behüte Dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe dir Deinen auf Dich zugeschnittenen Standpunkt in dieser Zeit +. Amen.

6. Januar 2021 – Epiphanias

Quelle: unbekannt
Grüße aus Gotha

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,

wohl dem Menschen, der sich auf dich verlässt! (Ausrufezeichen!)
Verlass – Vertrauen – Glaube!
Die Weisen kommen heute an. Ob Jesus, das Kindlein, in Windeln gewickelt, wohl schon mitbekommen hat, wie da alle vor ihm niederfallen und angebetet haben.
Oder war Jesus am Anfang auch einfach ein Kind, wahrer Mensch, wenn auch unter besonderen Rahmenbedingungen geboren.

Und die Tiere?
Ochs und Esel kennen wir ja schon aus Prophetenzeiten. Sie sind fester Bestandteil unserer vertrauten Krippendarstellungen.
Von den diesjährigen Begebenheiten in unserem Kirchspiel habe ich bereits am 26. Dezember des vergangenen Jahres berichtet.
Nun habe ich ja täglich einen Spitzenplatz auf meinem Bürostuhl.
Gestern war also mal wieder ein Kätzlein zu Gast.

Einige schöne Impulse von Karl Heinrich Waggerl… einfach weil es gut tut…

…auch zum Thema: „Der sich auf Dich verlässt.“ hat Waggerl eine Antwort:
…nicht durch Wundermacht, sondern Kraft ihres Glaubens wird denen, die ein Wunder brauchen, ein Wunder zuteil. (Minute 14:00 folgende)

Und der Herr segne Dich und behüte Dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe dir Glauben und die damit verbundene Wunderkraft in dieser Zeit +. Amen.

5. Januar 2021

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,

da wird es plötzlich winterweihnachtlich, wie man sich das so vorstellt in unseren Breitengraden.

Wir sollen das Leben haben und volle Genüge, sagt Jesus.

Ich stelle fest, dass mir das dieses Jahr tatsächlich genügt: ein wenig Vertrautes, ein wenig von dem, was für mich zur Weihnachtszeit dazu gehört. Vertraute Bilder, Träume oder sogar Erfahrungen aus Kindertagen. Sie machen die Tage für mich zu etwas Besonderem.

Menschen brauchen Vertrautes, um mit dem Neuen umzugehen. Ich haben den Eindruck, dass Gott da besonders in den letzten 12 Monaten immer wieder gut unterwegs war und präsent, auch sichtbar – durch die vielen Bögen im Himmel, die Natur, die aufatmet, wenn einmal niemand auf der Straße unterwegs sein darf, durch Zeiten der Ruhe, der Stille und der Einkehr.

Und da kommt gerade wieder jemand aus der offenen Kirche gelaufen.

Was auch immer das alles für unsere finanzielle Gesamtsituation bedeutet – und heute wird neu darüber befunden – ich weiß es nicht.
Ich kann es im Moment auch nicht beeinflussen und wünsche mir Vertrauen.
Mein Vater hat einmal gesagt, dass er viele Zeiten erlebt hat, in denen es vor allem wichtig war, sich bewusst zu sein, dass es weitergehen wird. Man kann immer wieder neu beginnen. Das Geld hat dabei selten eine Rolle gespielt, meinte er.

Ich weiß nicht, ob er recht hat, denn was ist mit all denen, die eben nicht immer wieder neu anfangen können, weil sie gesundheitlich oder aus anderen Gründen auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Was bedeutet das auch für unsere Kinder und die Folgen für die nächste Generation, was gerade so selbstverständlich immer wieder zur Debatte gestellt wird.

Ich möchte dennoch vertrauen, denn einer war schon da und bleibt. Und er hat gezeigt, dass selbst diejenigen – oder gerade diejenigen – die sonst am Rande der Gesellschaft verloren zu gehen drohen, bei ihm besondere Aufmerksamkeit erhalten, auch Heilung.

Es wird genügen zum Leben – im Vertrauen auf, im Glauben an ihn, ganz naiv.

Was soll ich dazu noch sagen.

Und der Herr segne Dich und behüte Dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe dir Vertrauen in dieser Zeit +. Amen.

4. Januar 2021

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,

das liebe Herz…

Eine Geschichte zum Nachdenken:

Und der Herr segne Dich und behüte Dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe dir Barmherzigkeit und Versöhnung in dieser Zeit +. Amen.

3. Januar 2021

Ein Miniformat aus der Margarethenkirche zu Gotha!

2. Januar 2021

Eine gute Übung für das erste Wochenende im Lockdown eines neuen Jahres, eines Gnadenjahres: „Sie lasen aus dem Buch, dem Gesetz Gottes, Abschnitt für Abschnitt und erklärten es, sodass man verstand, was gelesen wurde.“

„Nicht der ist gerecht, der viele Werke tut, sondern wer ohne Werke viel an Christus glaubt.“

(Martin Luther)

Neujahr 2021

http://www.jahreslosung.eu/jahreslosung-2021.php

„Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat und gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und die Zerschlagenen zu entlassen in die Freiheit und zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.“

(Lukas 4, 18. 19)

Altjahresabend 2020

Vom Unkraut unter dem Weizen (https://www.die-bibel.de)

24Er legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. 25Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen und ging davon. 26Als nun die Halme wuchsen und Frucht brachten, da fand sich auch das Unkraut. 27Da traten die Knechte des Hausherrn hinzu und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut? 28Er sprach zu ihnen: Das hat ein Feind getan. Da sprachen die Knechte: Willst du also, dass wir hingehen und es ausjäten? 29Er sprach: Nein, auf dass ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrauft, wenn ihr das Unkraut ausjätet. 30Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, damit man es verbrenne; aber den Weizen sammelt in meine Scheune.

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,

das Unkraut in diesem Jahr war unübersehbar. Im Gleichnis kommt das Unkraut vom Feind.

Keine Ahnung, wo das Unkraut in diesem Jahr seinen Ursprung hat. Die Spekulationen darüber haben mich nicht bereichert.

Und auch die Tatsache, dass das Unkraut so viel Gewicht bekommen hat, dass gegen Ende des Jahres kaum mehr einer vom Weizen geredet hat, obwohl da im Frühjahr so viel Frucht zu finden war – es hat einen beinahe erdrückt.

Es muss solch eine Situation gewesen sein, als sich Gott für sein Volk so tief in das Herz der Menschen eingeprägt hat, dass seine Heilstat bis heute die immer wieder zitierte Grundlage für den wichtigsten Bund zwischen Gott und den Menschen ist.

Die 10 Gebote werden eingeleitet mit den Worten:

Ich bin der Herr, Dein Gott, der Dich aus Ägyptenland geführt hat. (Ex 20,2)

Gott hat an seinem Volk gehandelt und es befreit aus einer dunklen Zeit, in der die Sklaverei so beschwerlich geworden war, dass es kaum mehr ein anderes Thema gab.

Der Predigttext für den Altjahresabend steht in diesem Zusammenhang und irgendwie ist das für mich Richtung weisend, wohin auch immer der Weg führen wird, in ein neues Jahr, sicher ein neues Land, wie auch immer dieses Land aussehen wird. Ich wünsche mir mehr Licht als Schatten. Es wäre Zeit. Dafür zünde ich ein Licht an…

Gott macht das natürlich noch deutlicher und davon hören wir:

Die Wolken- und Feuersäule

17Als nun der Pharao das Volk hatte ziehen lassen, führte sie Gott nicht den Weg durch das Land der Philister, der am nächsten war; denn Gott dachte, es könnte das Volk gereuen, wenn sie Kämpfe vor sich sähen, und sie könnten wieder nach Ägypten umkehren. 18Darum ließ er das Volk einen Umweg machen, den Weg durch die Wüste zum Schilfmeer. Und die Israeliten zogen wohlgeordnet aus Ägyptenland. 19Und Mose nahm mit sich die Gebeine Josefs; denn dieser hatte den Söhnen Israels einen Eid abgenommen und gesprochen: Gott wird sich gewiss euer annehmen; dann führt meine Gebeine von hier mit euch hinauf. 20So zogen sie aus von Sukkot und lagerten sich in Etam am Rande der Wüste.

21Und der Herr zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie Tag und Nacht wandern konnten. 22Niemals wich die Wolkensäule von dem Volk bei Tage noch die Feuersäule bei Nacht.

Gott ist hochsensibel – er kennt sein Volk – aber er ist auch klar und deutlich mit seinen Wegweisern. Wolken- und Feuersäule. Oft habe ich mir in diesem Jahr so eine Wegweisung gewünscht. Oft ist sie mir in diesem Jahr begegnet – in unterschiedlichen Formen.

Zuletzt im Sternenphänomen am 21. Dezember, am vergangenen Sonntag über der Kirche (vgl. oben)– der 27. Dezember – und gestern Abend im letzten Vollmond des Jahres.

Mit all diesen Tagen sind große Schlagzeilen in Verbindung mit möglichen Auswegen verbunden. 21.12. – Zulassung des Impfstoffs. 27.12. – Impfstart – 30.12. – Impfschwierigkeiten – Erderwärmung – Brexit (tagesschau.de).

Was davon für uns Umweg ist und was davon Wegweisung – ich vermag es nicht mehr einzuschätzen.

Und wo ist Mose?

Viele Menschen, auch die Verantwortlichen in den Kirchengemeinden wünschen sich in diesen Tagen einen Menschen, wie Mose oder wenigstens Wolken- und Feuersäule, als deutliche Wegweiser, dass es keine Zweifel gibt, wo es lang geht.

Klar ist: der Umweg führt noch eine Zeit lang durch die Wüste, so oder so.

Auch das Volk damals hat sich immer wieder über das Unkraut beschwert, anstatt Gott und seinem Weg und seiner überdeutlichen Führung zu vertrauen. Und doch führt Gott es unmittelbar im Anschluss an den Bericht über Wolken- und Feuersäule durch das Schilfmeer.

Er macht also Wege auf, wo bisher niemals ein Weg lang geführt hat.

Viele Lösungen, die ich bisher gehört habe, passen für mich eher in das Prinzip: Wir tun, was wir immer getan haben. Auch die Impfung.

Und damit werden wir unter Umständen bekommen, was wir immer bekommen haben. Den Eindruck, dass wir als Menschen in der Lage sind, mit allem fertig zu werden, ganz allein, in Gleichgültigkeit gegen Gott und seine Zeichen.

Ich erwarte das Unerwartete. Ich wünsche mir Vertrauen in Gott, weil er uns den Weg durch das Schilfmeer zeigen wird. Und vielleicht ist das Unerwartete ja auch die Dankbarkeit für ein Jahr, in dem wir gelernt haben, unser inneres Auge auf das Wesentliche zu richten und Gott wieder in den Blick zu bekommen. Und vielleicht steht am Ende nicht die Dankbarkeit an die Zauberer, die den Impfstoff erfunden haben – wie das zur Zeit des Pharao und der Plagen vor dem Auszug aus Ägypten war, sondern die Dankbarkeit Gott gegenüber, der Menschen die Möglichkeiten geschenkt hat, durch einen Impfstoff zu handeln.

Vielleicht ist es aber auch nur ein weiterer Umweg.

Und deswegen wünsche ich uns am Ende dieses Jahres vor allem eine Einsicht:

Wir haben das Leben nicht in der Hand und wir können nicht alles machen, was wir wollen. Es gibt Grenzen. Gott hat sie gesetzt und an ihm geht kein Weg vorbei.

Wir haben viele Grenzen überschritten und vieles erreicht. Wir haben unsere Zeit geopfert und oft auch verschwendet. Nur für Gott hat es nicht mehr gereicht, oft auch in den Kirchen und bei deren Dienstboten.  

Die dankbare Erinnerung aller biblischen Geschichte führt uns aber immer wieder vor Augen, dass alle frohen Nachrichten der Menschheitsgeschichte eine Umkehr zu Gott bedeutet haben und ich nehme an, dass das auch dieses Jahr so sein wird.

So bin ich dankbar um jeden Gottesdienstbesucher in diesen Tagen.

Dankbar über die vielen Menschen, die ich immer wieder von meinem Fenster aus beobachten kann, wenn sie die offene Kirche besuchen.

Dankbar, wenn wir gemeinsam neue Ideen entwickeln, wie wir gemeinsam in dieser Zeit mit Gott unterwegs sind, durch neue Impulse aus den Ideenwerkstätten in den Gemeinden und den Diensten landes- und deutschlandweit und in der Einen Welt, die dazu beitragen, dass deutlich wird, welche Systemrelevanz die Frohen Nachrichten, das Evangelium in diesen Tagen hat und was dort geschieht, wo Menschen das dankbar annehmen. Heil und Heilung.

Und so wünsche ich mir, dass wir gesund bleiben und werden, indem wir es halten, wie es das neue Jahr empfiehlt:

„Seid barmherzig, wie auch Euer Vater barmherzig ist!“

Seid barmherzig mit den Früchten dieser Zeit, denn es gibt sie und sie wollen dankbar gesehen werden. Seid barmherzig miteinander, denn es ist wieder einmal schwierig geworden, Frucht und Unkraut zu unterscheiden.

Seid barmherzig mit Euch selbst, denn das ist der Anfang dafür, dass Gottes Ziel und Wunsch für uns auch in uns wieder gute Früchte bringen kann.

Und uns allen wünsche ich aus der Kraft der Erfahrung und dem Vorbild, mit dem Gott in Jesus seinen Weg an Weihnachten gerade wieder neu erinnert und begonnen hat. Ich wünsche uns gute Wegweisung durch diese Wüstenzeit und am Ende den Glauben, die Dankbarkeit und die Einsicht, dass Gottes Gebot und Weisung noch immer nicht in die Jahre gekommen ist, genauso wie seine Barmherzigkeit mit uns und all unseren Fehlern. Dafür stehen auch die Gebeine Josefs und die Erinnerung daran, wie Gott in Josefs Leben alles wenden konnte. (Eine dringende Leseempfehlung für trübe Zeiten: 1. Mose 37-50).

Und dann werden wir in all dem Fremden und Dunkeln, das uns gerade begegnet, das Vertraute und das Licht und die Liebe entdecken, die wir so dringend nötig haben – Weizen für die Seele.

Amen.

Und der Herr segne Dich und behüte Dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe dir Barmherzigkeit und Dankbarkeit in dieser Zeit +. Amen.

30. Dezember 2020

Der Mond am Ende der Nacht…

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,

das heutige Losungswort ist eine Prophezeiung, die sich regelmäßig erfüllt hat, schon jetzt und nicht erst am Ende aller Zeit.

Am Ende des Jahres 2019 habe ich mir eine Auszeit genommen, im Kloster.

https://www.zdf.de/gesellschaft/sonntags/kraftort-kloster-volkenroda-102.html

Dort haben wir die Lobeszeilen am Ende der Psalmen nicht geschlossen mit „von Ewigkeit zu Ewigkeit“, sondern mit „von Weltzeit zu Weltzeit“.

Das hat mich wach gerüttelt. Jeden Tag neu ist es mir an dieser Stelle durch „Mark und Bein“ gefahren.

Ich hatte keine Ahnung, wie stark dieser Gedanke im Folgejahr werden würde.

Wir haben als „Menschheit“ bereits etliche Weltzeiten durchlebt. Oftmals sind die Umbrüche schleichend von Statten gegangen. Die unterschiedlichen Abschnitte wurden geschichtswissenschaftliche in unterschiedliche Epochen gegliedert. Ein Epoche ist eine Ära, ein Zeitabschnitt, eine Weltzeit.

Auch wenn viele Menschen, vor allem Politiker, immer wieder davon sprechen, dass wir wieder zu Vertrautem wie in der Zeit vor der Pandemie zurückkehren werden, wird das nicht bedeuten, dass uns nicht trotzdem eine epochale Veränderung bevorsteht. Die Einschnitte haben schon jetzt eine zu große Tragweite.

Es fällt schwer, sich mit dem Gedanken an eine neue Erde anzufreunden, vielleicht schwerer als ein anderes Mal, weil der Abschied so abrupt erfolgt. Wir haben kaum Möglichkeit, uns im angemessenen Rahmen von Dingen zu verabschieden, die uns über lange Zeit getragen und Sicherheit gegeben haben.

Der Jahreswechsel bietet ausreichend Gelegenheiten dazu, das nachzuvollziehen, vor allem in den Gottesdiensten, die wir immer noch gemeinsam feiern dürfen – Gott sei Dank.

In diesem Jahr ist der Predigttext für den Altjahresabend bestimmt mit 2. Mose 30, 20ff. – die Wolken- und Feuersäule. Tag und Nacht geht Gott seinem Volk beim Auszug aus der Sklaverei in Ägypten voran. Angesichts der zahlreichen Himmelsphänomene der vergangenen Tage – und da sehe ich ja nur den Himmel über Sonneborn, kommt mir in den Sinn, dass das auch dieses Jahr so sein könnte. Auch Freunde schicken von überall her solche Bilder. Vielleicht gab es diese Bilder schon immer, aber seit meines Klosteraufenthaltes habe ich gelernt und neu entdeckt, den Himmel ernst zu nehmen.

Gott verspricht uns dabei Zweierlei:

1. Das Alte wird uns nicht mehr belasten – dass man der vorigen nicht mehr gedenken wird.

2. Es soll sein Reich sein, seine Wille, was da kommt im Himmel und auf Erden.

Und wenn wir das Zweite Zulassen, werden wir sicher wieder in einem Land ankommen, in dem Milch und Honig fließen und anders als diese Tage, waren Gottes Landverheißungen immer hell und weit. Danach sehne ich mich von ganzem Herzen und will das meine dazu beitragen, in Verantwortung für Altes UND Neues.

Und der Herr segne Dich und behüte Dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe dir Augen und Wegweisung in dieser Zeit +. Amen.

29. Dezember 2020

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,

das ist die Antwort und die Frage in diesen Tagen:

Er kam in sein Eigentum… die gesamte Schöpfung ist Gottes Eigentum – und mit Jesus hat er alle besucht.

… und die Seinen nahmen ihn nicht auf…  also, alle die bereits zu denen gehören, die Gott die Seinen nannte – das war das Volk Israel – sein Volk.

Wie viele ihn aber aufnahmen – egal, wer, denn wir sind alle seine Schöpfung – denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden: denen, die an seinen Namen glauben.

Unsere Macht besteht darin, Gottes Kinder zu werden. Kind werden. Vertrauen haben dürfen. Ungetrübt. Ohne Enttäuschungen. Sein Name macht es möglich, und der lautet:

Ich war da. Ich bin da. Ich werde da sein.

Was auch immer geschieht…

Und der Herr segne Dich und behüte Dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe dir Glauben in dieser Zeit +. Amen.

28. Dezember 2020

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,

wie viele Menschen sind dieser Tage müde geworden – im Endspurt eines Jahres, dessen Themen kein Ende nehmen, auch nicht am Scheidepunkt zu einem neuen Kalenderjahr.

Oder doch? Das Wechselbad der Meldungen nimmt keine Ende, egal an welcher Seite und auch seriöse Berichterstatter springen von einer Hoffnungsmeldung zur nächsten Katastrophe.

Scheinbare Irrwege werden plötzliche gerade und führen weiter.

Klare „Laufbahnen“ nehmen ein abruptes und schmerzliches Ende – Sackgasse.

Immer wieder liegt die Frage nach Systemrelevanz unterschiedlicher Akteure im gesellschaftlichen Alltag auf der Tagesordnung und viele fragen sich nach dem Hintergrund so mancher Entscheidung, besonders auch bei Kirche.

Nun ist das mit Kirche m.E. nicht ganz so eindeutig, denn dazu gehören immer drei:

Gott, der an uns handelt und der uns unaufhörlich seine Liebesbriefe zuschickt, in vielerlei Gestalt.

Menschen, als Adressaten dieser Liebesbriefe, die aufgrund ihres ebenfalls Gott geschenkten freien Willens, seine Liebesbriefe in den Papierkorb werfen, wie immer gleiche ermüdende Werbung oder halbherzig im Blick auf die übrigen Werbeprospekte im Briefkasten ganz nach unten sortieren – vielleicht für irgendwann mal und dann gibt es eben auch die, die gerade in diesen Tagen eine neue und herzergreifende Sehnsucht spüren, aber keine geeigneten Ansprechpartner finden, auch, weil die Frage nach Gott inzwischen vielerorts auch in Verruf geraten ist. Und noch heftiger steht es um den Ruf der Kirche.

Und da kommt für mich Nummer 3 ins Spiel – die Kirche. Ich sehe, wie vielen Menschen, die im Auftrag von Kirche stehen und agieren – völlig unabhängig davon, ob ehren – oder hauptamtlich, diese Tage ebenfalls schwer zu schaffen machen. Vielen brennt das Herz angesichts der ständigen Unwägbarkeiten zwischen Verantwortung gegenüber ihrem kirchlichen Auftrag, ich nenne ihn einmal „Berufung“ und der Verantwortung gegenüber den Menschen, die zwischen Gleichgültigkeit gegenüber Gott oder/und Kirche, Angst vor Krankheit und Sehnsucht gegenüber einer Botschaft haben, die eben zutiefst christlich ist und vieles mehr und vieles dazwischen.

Ich glaube, der Hinweis auf das Wissen, aus dem heutigen Losungstext hat einen Kairos gefunden.

Es ist Zeit, miteinander zu reden, nicht exklusiv, sondern mit allen Möglichkeiten, die uns in diesen Tagen zur Verfügung stehen und das von allen Seiten. Gott ist unermüdlich am Reden – schon seit Anbeginn der Welt.

Sind wir bereit, zu antworten, mit ihm ins Gespräch zu kommen, zu hören, zu sehen, zu lesen, zu träumen… was er uns zu sagen hat, in diesen Tagen, als Suchende und in der Verantwortung für seinen Auftrag als Kirche nicht von dieser Welt, aber doch mittendrin?

Ich wünsche mir ein Ja und Amen, von allen Seiten, klar und deutlich, weil Gottes Ja längst ausgesprochen ist.

Und ich wünsche mir Wegweisung beim Hören, damit ich in Gottes Sinn mit den Müden reden kann.

Und der Herr segne Dich und behüte Dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe dir die richtigen Worte und Ohren für den Frieden in dieser Zeit +. Amen.

27. Dezember 2020

1. So. n. d. Christfest

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,

er bläst. Der Wind des Wandels.

Ich höre ihn in diesem Moment heftig ums Pfarrhaus sausen. Aus unterschiedlichen Richtungen. Es ist eine Mischung aus Angst, Mut und Hoffnung. Und was ich über unserer Kirche sehe, fasziniert mich.

Viele hoffen mit dem heutigen Tag nun auf die Rückkehr zu vielem Alten. Aber nach so vielen Stillständen im Weltgetriebe stelle ich mir das unmöglich vor, selbst dann nicht, wenn wir durch die einer Grippeimpfung vergleichbaren Maßnahme Wesentliches wieder zur Normalität zurückbringen können sollten.

Ob dabei überhaupt jemand von den Verantwortlichen seine Hoffnung auf Gott setzt, wie das die heutige Losung zum Wohle empfiehlt?

Ich erinnere mich an viele der spannenden Katastrophenfilme aus meiner Jugendzeit – Armageddon zum Beispiel. Ich erinnere mich an die leidenschaftlichen Appelle an die Bevölkerung und den Aufruf zum Vertrauen auf Gott durch die dargestellten Präsidenten. Es war immer die Bemühung, menschlichen Mut und göttliche Hilfe zusammen zu bitten.

Diese Aufrufe gibt es in diesem Jahr auch, an unterschiedlichen Orten auf der Welt.

Und in welchem Geist und Vertrauen handeln wir und die, die die Last der Verantwortung tragen und handeln müssen?

Und welche Unterstützung gibt es dazu von mir und anderen und noch mal anderen?

Ich möchte meine Hoffnung auf den HERRN setzen und gleichzeitig das prophetische Wort bedenken, als Licht für mein Reden und Handeln und meine Dunkelheiten und das so lange, bis der Tag anbricht und der Morgenstern auch in meinem Herzen aufgeht.

Und ich möchte achtsam sein, dass da nicht der falsche Morgenstern aufgeht, denn das hat in der Geschichte bei den besten Absichten immer wieder die größten Erfolge, z.B. durch die vielen Impfstoffe dieser Welt, auch die größten Niederlagen zur Folge gehabt – auch dafür finden sich zahlreiche Beispiele, allein im letzten Jahrhundert.

Und am Ende stellt sich mir die Frage, ob die größte Stärke der Menschen, nicht gerade auch ihre größte Niederlage ist, vor allem, wenn sie Gott dabei vor lauter Eifer, Selbstbewusstsein und dem daraus erwachsenden Hochmut aus dem Blick verliert.

Und vielleicht ist das auch ein schleichender Prozess in unserer Menschengemeinschaft, der so vor sich hin kriecht, aus der Tiefe unserer Herzen.

Ich wünsche uns, dass beides gelingt.

Ich persönlich habe in den letzten 12 Monaten vor allem eines gelernt:

Denn die göttliche Torheit ist weiser, als die Menschen sind; und die göttliche Schwachheit ist stärker, als die Menschen sind. (1. Kor 1,25)

Und der Herr segne Dich und behüte Dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe dir Frieden +. Amen.

Weihnachten II

Hebr 1, 1-4

Gottes endgültiges Reden durch den Sohn

11Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, 2hat er zuletzt in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, den er eingesetzt hat zum Erben über alles,

durch den er auch die Welten gemacht hat. 3Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von den Sünden und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe 4und ist so viel höher geworden als die Engel, wie der Name, den er ererbt hat, höher ist als ihr Name.

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,

Gott hat vorzeiten in vielerlei Weise zu uns geredet. In den Tagen Jesu war Jesus der letzte, durch den Gott zu uns geredet hat. Aber schon an Pfingsten geht es weiter. Da redet Gott durch seinen Heiligen Geist weiter zu uns. Die Apostel werden zu seinem Sprachrohr.

Ich habe im Studium gelernt, dass Gottes reden mit der Diskussion um das, was nun wirklich zur Bibel gehört – den Kanon der biblischen Bücher – einen gewissen Abschluss über die Verbindlichkeit dessen gesetzt hat, was es über Gott zu wissen gibt. So haben wir uns festgelegt auf das Alte und das Neue Testament.

Und gleichzeitig habe ich gelernt, dass es sehr viele Auseinandersetzung darum gab, welche der Schriften denn nun wirklich den Wert haben, im AT und im NT als das Wort Gottes, die Heilige Schrift, die Bibel wirklich dazugehören und welche nicht. Auch bei Luther kommt wieder die Diskussion auf, weswegen es nun auch noch apokryphe Bücher gibt, die sich zwar auf die biblischen Texte beziehen, aber aus verschiedenen Gründen nicht für wert befunden wurden, in den Kanon aufgenommen zu werden.

Bei so viel Unklarheit, fragt sich manch einer vielleicht, was denn nun wirklich von Gott kommt und was nicht. Die Grundsatzfrage aller, die sich jeweils mit der Frage nach dem Kanon beschäftigt haben.

Eine berechtigte Frage, die Luther sich damals auch gestellt hat.

Luther kommt zu dem Schluss: zur Bibel gehört „was christum treibet“.

In Kurzfassung würde ich das beschreiben mit: Nachfolge. Also, was genau hat Jesus gemacht, immer wieder? Womit ist er aufgefallen? Was hat Menschen so beeindruckt, dass diese seine Worte und Taten bis heute lebendig geblieben sind?

Jesus hat allerhand ganz anders gemacht als die Menschen damals und damit hat er ein Merkmal geprägt, das uns in der Bibel immer wieder begegnet, nämlich einer der ersten Gedanken Gottes am Anfang der Welt.

Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.

Menschen sind Gottes Ebenbild.

Dass wir dem nicht gewachsen sind, zeigt sich recht bald und so beginnen die Katastrophen und Krisen dieser Welt schon kurz nachdem Menschen auf der Welt wirksam geworden sind.

Unterschiedliche Wege ist Gott gegangen, um uns wieder unserer Bestimmung zuzuführen, nämlich unserer Ebenbildlichkeit und Jesus war seine wohl greifbarste Möglichkeit, uns zu zeigen, was Ebenbildlichkeit bedeutet. Und unser Auftrag lautet, wie seit Anbeginn unserer Geschichte: „Tut es Gott gleich.“

Nun feiern wir Weihnachten. Das Kirchenjahr beginnt jedes Jahr im Advent. Es ist eine doppeldeutige Zeit, denn das besagt immer: Wir warten darauf, dass wir uns an Weihnachten, also Jesu Geburt erinnern und wir warten auch darauf, dass Jesus wiederkommt, am Ende der Zeit, wie es die Offenbarung schreibt.

Und immer wieder gibt es Zwischentöne, die mich ahnen lassen, dass es vielleicht ganz anders kommen könnte, denn: wenn wir alle Ebenbilder Gottes sind, dann gibt es noch eine dritte Lösung oder sogar noch mehr.

Und die Anleitung habe ich gemeinsam mit meiner Partnerin in Ihrem Adventskalender gefunden:

Angelus Silesius schrieb vor 325 Jahren: „Wäre Christus tausend Mal in Bethlehem geboren und nicht in dir, du wärest ewiglich verloren.“ Maria, seine Mutter, ist nach der Beschreibung in den Evangelien ein Beispiel dafür, wie viel Vertrauen ein Mensch geben kann und dadurch wird Jesus in ihr wachsen und durch sie geboren.

Wir selbst können uns Jesus ankündigen lassen, anders als Maria, aber durch Menschen des vollmächtigen Wortes, die Propheten. Indem ich Jesus in meiner Geschichte finden lerne mit seinem Reichtum, gebe ich ihm auch in meinem Leben die Gelegenheit, sichtbar zu werden. „Ich habe mit ihm um ihn beten gelernt.“ heißt es im Kalendertext und weiter: „Er hat mich schon verwandelt und wird mich weiter verwandeln. Ich will ihm eine Wohnung bereiten. Wird er in mir geboren, dann kommt er auch durch mich zur Welt.

Maria als Vorbild.

Mir geschehe, wie Du gesagt hast.

Wenn uns das gelingt. Dieses Vertrauen. Dann kommt Christus zurück.

Ich wünsche uns, dass uns das gelingt.

Jesus ist geboren, auch in Dir.

Ich will ihn in die Welt tragen, noch stärker, noch lauter, noch tatkräftiger als je zuvor.

Bist Du dabei?

Und der Herr segne Dich und behüte Dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe dir Frieden +. Amen.

Weihnachten I

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,

mich bewegen an diesem Tag drei Gedanken:

1.) Die Gottesdienste, die wir gestern draußen gefeiert haben, hatten ganz unterschiedlichen Charakter und auch unterschiedliche Stimmung. Jeder war für sich einmalig lebendig und den Menschen ganz Nahe – Sonneborn wird zu Bethlehem des 21. Jahrhunderts, der Waisenhaushof zur Herberge für viele Gottesdienstbesucher, in Haina und Eberstädt gab es keinen Gottesdienst, aber Geschenke und Hausgottesdienste als Video und Postwurf, liebevoll und zeitig vorbereitet.

Und Brüheim:

da war ein kleines Kätzchen im Edelhof. Viele waren da und eben auch dieses Kätzlein, unterwegs zwischen der Heiligen Familie und den Gottesdienstbesuchern, als würde es die Nähe herstellen wollen, die uns gerade fehlt und eine Verbindung schaffen, wo gerade kein Körperkontakt stattfinden darf. Und als sich die Geschichte um das Wunder von Weihnachten – gelesen von Frau Reiche – dem Ende näherte, da setzte sich das Kätzlein zu ihr auf das Podest des Rednerpultes, als würde es unterstreichen wollen, was da gerade an Wunder zu hören war. Gerne hätte ich das Kätzlein gehört. Und in der Heiligen Nacht wäre es auch gar nicht so ver-Wunder-lich gewesen, hätte es die Stimme erhoben. Manch einer behauptet ja, dass die Tiere in dieser Nacht sprechen könnten. Und von Katzen bin ich ohnehin überzeugt. Sie sind Teil meines Weges hier ins Kirchspiel nach Sonneborn.

2.) Die letzten Wochen waren immer wieder von merkwürdigen, immer ähnlichen Himmelsschauspielen vor meinem Fenster geprägt – viele davon habe ich festgehalten, weil sie mich einfach fasziniert haben. Meistens zeigt sich der Himmel weit geöffnet über der Kirche, blau und die Sonne im Mittelpunkt erleuchtet die Flächen um die Kirche herum, während drum herum die Wolken das Grau dieser Tage unterstreichen. Ich habe keine Ahnung, ob das irgendetwas bedeutet, aber ein weiteres Himmelsbild, das ich nicht festhalten konnte, das lässt mich nicht mehr los: Als meine Partnerin und ich gestern Nacht etwas knapp zum musikalischen Gottesdienst vom Pfarrhaus zur Kirche gelaufen sind, ist uns neben dem plötzlich klaren Himmel ein heller Kreis am Himmel aufgefallen, der aus unserer Perspektive genau über Kirchenschiff und Turm aufgeleuchtet ist und in seiner Mitte der Mond und der Morgenstern. Scheinbar hat niemand sonst wahrgenommen, was wir beide da gesehen haben, so zumindest haben es die Kirchenbesucher auf Nachfrage während des Gottesdienstes gesagt.

Ich weiß nicht, was Sie an diesem Heiligen Abend in diesem Jahr vielleicht ganz anderes erlebt oder gesehen haben oder noch sehen werden in diesen Heiligen Tagen. Meine Partnerin und ich haben da so jeder seine mögliche Erklärung dafür gefunden. Ich wünsche Ihnen so klare Wahrnehmungen, die vielleicht auch nur Sie entdecken dürfen, denn die Wirklichkeit ist relativ, je nach Perspektive und Standort des Betrachters (vgl. Einstein). Nie ist das so deutlich geworden, wie in diesem Jahr und gerade deshalb wünsche ich Ihnen, dass Sie genau das Ihre aus diesem Jahr mit Hinaus nehmen. Alles was wir dazu brauchen, haben wir gestern erinnert. Das Licht der Welt ist geboren, Gott ist Mensch geborn und hat versöhnt des Vaters Zorn. Neue Wege tun sich auf.

Und da schon wieder:

25.12.20

Ich würde mich freuen, wenn Sie mit mir über das Kontaktformular Ihre Erlebnisse und Ihre Perspektiven und vielleicht Ihre Schlussfolgerungen für Ihr ganz persönliches Leben teilen mögen. Ich würde mich freuen, denn aus geteilten Sorgen, werden halbe Sorgen und aus geteilter Freude, wird doppelte Freude. Hoffnung und Perspektiven teilen, das macht das Leben reich in diesen Tagen. Und einige haben mit dem Teilen bereits begonnen:

3.) Einige Beispiele zum Weitergehen:

Und der Herr segne Dich und behüte Dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe dir Frieden +. Amen.

Heiliger Abend

Liebe Festgemeinde,

das Volk das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht; und über denen, die da wohnen im finsteren Lande, scheint es hell. (Jesaja 9, 2)

Dieses Jahr bringt einen gewaltigen Perspektivwechsel mit sich. Unsere Gefühle sind nicht beim zarten Kindlein, gewickelt in Windeln, im warmen Stall, obwohl wir hoffentlich zum Großteil im Warmen sitzen, zumindest in unserem Land. Und erst recht verschärft sich der Blickwechsel, wenn wir über den Tellerrand unseres Lebens und Landes blicken. Und genau in dieser einen Not sind wir plötzlich vereint – eine Welt.  

Dieses Jahr erleben wir eine Perspektive auf den Heiligen Abend, die wir auch aus der Bibel kennen. Sie setzt einige Augenblicke früher an und ich weiß nicht, ob wir uns dieser Situation in den letzten Jahrzehnten überhaupt bewusst waren, obwohl sie in unseren Lesungen immer gegenwärtig war. Vielleicht haben wir uns sogar den Stall schöner ausgemalt, als er wirklich wahr. Die Not der Unterkunft bringen uns die Krippenspiele Jahr um Jahr nahe, aber der Stall ist dann letztlich eine gute Lösung, ein Ausweg. Und dann wird er in meinen Gedanken warm und bekommt durch das viele Licht eine nie gekannte Geborgenheit, auch von außen.

Es sind so viele Texte, Gottes Wort, die sich dieses Jahr so anders anhören, anders erschließen, mir tiefe Einsicht schenken.

Am Heiligen Abend sind es dieses Jahr die Hirten auf dem Feld, die mich ansprechen. Sie sitzen im Dunkel der Nacht, versammelt um ein Feuer, um sich zu wärmen und ein wenig Licht und Wohlbehagen zu erhaschen. So viel eben drin ist, draußen auf dem Feld, in der Einsamkeit, mit sich und der Aufgabe, auf sich und diejenigen zu achten, die einem als Hirte anvertraut sind – die Herde.

Die Hirten unterscheiden sich kaum. Sie stehen einander in nichts nach oder vor. Sie stehen draußen.

Es gibt weder arm noch reich, noch andere Unterscheidungskriterien. Manchmal kommt es mir vor, als wären die äußeren Unterscheidungskriterien in unserer Gesellschaft das Wesentliche geworden. Ist ja auch offensichtlicher – wir glauben eben, was wir sehen.  

In der Dunkelheit auf dem Feld kann man nur die Umrisse erkennen, denn mehr Licht gibt das Feuer nicht her. Immerhin, das Feuer, es brennt, spendet Licht, Wärme und vielleicht auch die Hitze für eine bescheidene Mahlzeit.

Im Jahr 2020 spielt es über weite Strecken keine Rolle wie wir aussehen. Wir sehen einander kaum, nicht real. Und über Bildschirme fällt eben doch ein großer Teil unserer Sinneswahrnehmung unter den Tisch, bleibt außen vor. Wir werden auf das Sichtbare konzentriert und das oft in schlechter Qualität.

Gott weiß das! Er kennt uns. Und so rüttelt er die Hirten auf, möchte auch uns aufrütteln. Schickt Engel und Licht und in der Dunkelheit fällt das sogar auf.

In unserer Welt der Fülle, des Glamours, der großen Bühnen, auch dem Prunk und Gold vieler unsrer Kirchen, der letztlich genau daran erinnern wollte, fällt Gottes Licht oft nicht mehr auf. Die Fülle unserer Möglichkeiten gibt sich schön aus für die Augen und wo diese äußerliche Fülle unser Herz berührt, können wir schon eingenommen werden. Woran Du Dein Herz hängst…

Und schnell wird damit ausgenommen, was wirklich zählt.

Die Worte bleiben draußen. Gott bleibt bloßer Schein.

Aber in der Dunkelheit bricht sich etwas Sichtbares die Bahn. Ein großes Licht und eine Botschaft, die eben nur dann aufleuchtet, wenn wir nicht von dem geblendet sind, was uns die meiste Zeit umgibt und sich als das Wesentliche ausgibt. Dieses Jahr sitzen wir in der Dunkelheit, auch dort, wo wir Gottesdienst feiern, sind wir draußen.

Zu den Hirten kommt das Licht, in der Dunkelheit ihrer Nacht, draußen, und in die Sehnsucht der Herzen.

Im Dunkel hebt sich das Licht ab. Wir können es überhaupt erst wahrnehmen auf dem Hintergrund der dunklen Zeiten und Seiten unseres Leben. Die sind den Meisten von uns ein treuer Begleiter, jetzt besonders.

Aber dadurch wirkt dieses Licht ganz anders, es trifft unseren Bedarf. Es kommt zum richtigen Zeitpunkt und nicht einfach zur Zierde.

Das Volk das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht; und über denen, die da wohnen im finsteren Lande, scheint es hell.

Und dazu diese Botschaft. Zusammen mit dem Licht trifft sie die Hirten ins Herz. Auch mich trifft sie – gerade auf dem Hintergrund der Nachrichten und dessen, was Seele, Herz und Handeln zu verdunkeln scheint – im Innersten.

„Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“  (Lk 2,10b.11)

Das macht einen Unterschied: Der „Glamour“ – die Herrlichkeit Gottes bleibt nicht stumm. Gott spricht mich an. Tief in meiner Seele begegnet er der Angst, die ich nicht leugnen kann. Die Sehnsucht nach Trost, Liebe, Hoffnung und den Glauben, dass Gott diese Welt nicht verlassen oder aufgegeben hat.

Und ich spüre, nicht Gott hat uns verlassen, sondern wir haben uns, vor allem unser Herz, einnehmen lassen von so vielen Dingen, die uns und unsere Sehnsucht nach Leben durch ihr Schweigen zum Schweigen gebracht haben. Wir haben Gott aus unseren Herzen, unserem Leben und unserer Welt genommen.

Heute feiern wir, dass er sich das nicht gefallen lässt. Er lässt uns nicht fallen. Er fällt wieder ein, als die Sterne zusammenfallen und den Weg zeigen, durch ihr Licht und den Engel auf dem Feld bei den Hirten, sichtbar auch draußen, für unsere Augen. Gott betritt die Welt, tritt ein in unsere Wirklichkeit, berührt uns, weckt unsere Sehnsucht neu und lässt in uns etwas wachsen, was niemals draußen bleiben kann. Die Liebe, die wir alle brauchen, zu uns, zueinander, zu Gottes Schöpfung, zu Gott selbst.

Und alle, deren Herzen nicht von dieser Lebenskraft der Liebe völlig ausgeschlossen sind und alle, deren Herzen kalt und erstorben wirken, aber die Sehnsucht und Hoffnung noch spüren, dürfen sich wieder aufwärmen, am Feuer der Hirten, vor unseren Kirchen und dem Feuer, dass Gott durch seinen Heiligen Geist als Tatkraft und Klarheit für uns und seine Liebe in uns und zueinander in unser Herz ausgegossen hat.

Und wenn ich das zulasse, dann wird mein Herz erfüllt, warm. Und ich kann wieder sehen, nach drinnen und nach draußen und die Dunkelheit weicht und durch sein Licht kann ich wachsen, der Zukunft entgegen und neue Wege gehen, die doch niemals veraltet sind, denn es ist eine uralte Erkenntnis, die wir immer wieder vergessen, wenn unsere Herzen von nichtigen Dingen eingenommen werden.

Und für alle, die Gottes Wort nichts mehr zutrauen, die möchte ich aufmerksam machen auf seine Offenbarungen, immer wieder aufgenommen und unbestritten durch die Menschen. Vielleicht sogar in seinem Auftrag. Seine Botschaft ist in die Weltliteratur eingegangen:

Man sieht nur mit dem Herzen gut.

(Antoine de Saint-Exupéry)

AMEN.

23. Dezember 2020

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,

Gott stellt die Welt auf den Kopf, immer wieder:

  • Die Ersten werden die Letzten Sein…  Mt 19,29f.
  • Eher geht ein Kamel durch eine Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt… Mk 10,25
  • „Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig…“ Off 1,18
  • Und an Weihnachten: Gott wird Mensch – der König wird in einem Stall geboren, erhöht am Kreuz, steigt ins Grab hinab und geht auf wie die Sonne in all seiner Herrlichkeit… nicht sich selbst zuliebe, sondern für uns.

Für alle Kinder, die sich danach sehnen, endlich groß zu werden und alle Kinderseelen, die nie erwachsen sein wollten, eine kleine Geschichte von der Umkehr aller Verhältnisse…:

Und für alle Erwachsenen, vor allem diejenigen, die an Jesus glauben, denen Unrecht widerfährt, die Erkenntnis: Gott stellt die Welt auf den Kopf, auch Deine Not, Dein Leid, nimmt Dich am Ende auf in Deine Herrlichkeit, in sein Reich, Dir zuliebe, allen Widrigkeiten zum Trotz.

Und der Herr segne Dich und behüte Dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe dir Frieden +. Amen.

22. Dezember 2020

https://www.dietrich-bonhoeffer.net/zitat/363-wer-wird-weihnachten-recht/

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,

in den Gemeinden ringen wir gerade um Lösungen zwischen der Verantwortung füreinander und den Schutz von Gesundheit und Leben und der Verantwortung, Gott und den Menschen gegenüber, das Fest seiner Gemeinschaft mit uns denen nicht zu verbauen, die sich dazu in der Lage fühlen und Sehnsucht haben.

Und auch die Zulassung des Impfstoffes – vielleicht eine mögliche Lösung – hat viele Seiten: Gottes Geschenk an uns als Ausweg oder unser Hochmut, diese Welt immer noch in Gleichgültigkeit ihm gegenüber beherrschen zu wollen und statt zu bebauen und zu bewahren, weiter auszubeuten und tief in seine gute Schöpfung einzugreifen und die vielen Möglichkeiten dazwischen. Ich habe keine Ahnung. Gerne würde ich hier eine Antwort finden, ein bisschen Sicherheit, Und ich stehe damit nicht allein:

Gib mir ’n kleines bisschen Sicherheit
In einer Welt, in der nichts sicher scheint
Gib mir in dieser schnellen Zeit, irgendwas das bleibt
Gib mir einfach nur ’n bisschen Halt
Und wieg mich einfach nur in Sicherheit
Hol mich aus dieser schnellen Zeit
Nimm mir ein bisschen Geschwindigkeit
Gib mir was, irgendwas, das bleibt

(Silbermond)

Silbermond singt in diesem Lied, dass sie sich ein wenig Sicherheit wünscht. Sie wünscht sich irgendwas, das bleibt.

Inzwischen gibt es wohl kaum mehr jemanden, der der Meinung ist, dass irgendwas von dem was war bleiben könnte, wie es immer war. Das war schon immer so… war auch noch nie wirklich wahr.

Das fordert uns heraus, macht uns auch Angst, vor allem weil sich alles so umfassend und plötzlich verändert, das viele Menschen wirklich Schwierigkeiten haben, damit noch umzugehen. Vermutlich wir alle, jeder dort, wo er herausgefordert ist, durch Nichtstun, Überforderung, Sinnlosigkeit und den vielen Dingen dazwischen.

Urvertrauen ist eines der wichtigsten Dinge, die wir Menschen im Kindesalter brauchen. Das Vertrauen darin, dass es einen Platz gibt, an dem wir so sein dürfen, wie wir sind, in all den Dingen, von denen wir abhängig sind von anderen, angewiesen, weil wir selbst nicht in der Lage sind, aus eigenen Kräften tätig zu werden.

Wenn die Phase, in der Kinder Grundvertrauen aufbauen, von zu vielen Enttäuschungen erschüttert wird, dann entstehen Brüche im Leben, die sich bis ins Erwachsenenalter auswirken und dann dort im Unterbewusstsein weiter wirken, teilweise mit tiefgreifenden Folgen gegen ein gelingendes Leben, kein Glück.

Es ist also kaum abzusehen, was diese Zeit der Unsicherheit am Ende bei uns an Nöten hinterlassen wird, ganz unabhängig von den wirtschaftlichen Folgen.

Und trotzdem bleibe ich voll Hoffnung, denn:

Gott bleibt. Das A und das O, der da ist und der da war und der da kommt. Er gibt mir Sicherheit und Urvertrauen, denn ihm ist es gelungen, zu aller Zeit, die Nöte seiner geliebten Menschheit und seiner Schöpfung zu wenden und wenn er selbst vom Himmel herabgestiegen ist, um dem Frieden zu dienen und zu zeigen, was Liebe wirklich bedeutet oder wenn er mit dem Geist der Wahrheit wieder Klarheit in die Angelegenheiten von Menschen gebracht hat.

Ihm will ich vertrauen, auch heute, indem ich schlicht rufe: „Herr, hilf!“

Und der Herr segne Dich und behüte Dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe dir Frieden +. Amen.

21. Dezember 2020

https://www.wetteronline.de/astronews/die-grosse-konjunktion-2020-planetentreff-am-abendhimmel-2020-12-16-gk

Wie gut, dass ausgerechnet Theologen an der Existenz eines Sternes zweifeln…

Das perfekte Herz

Eines Tages stand ein junger Mann mitten in der Stadt und erklärte, dass er das schönste Herz im ganzen Tal habe. Eine große Menschenmenge versammelte sich und sie alle bewunderten sein Herz, denn es war perfekt. Es gab keinen Fleck oder Fehler in ihm. Ja, sie alle gaben ihm Recht, es war wirklich das schönste Herz, das sie je gesehen hatten. Der junge Mann war sehr stolz und prahlte noch lauter über sein schönes Herz.

Plötzlich tauchte ein alter Mann vor der Menge auf und sagte: „Nun, dein Herz ist nicht annähernd so schön, wie meines.“ Die Menschenmenge und der junge Mann schauten das Herz des alten Mannes an.

Es schlug kräftig, aber es war voller Narben, es hatte Stellen, wo Stücke entfernt und durch andere ersetzt worden waren. Aber sie passten nicht richtig und es gab einige ausgefranste Ecken…Genau gesagt, waren an einigen Stellen tiefe Furchen, in denen ganze Teile fehlten. Die Leute starrten ihn an und dachten: Wie kann er behaupten, sein Herz sei schöner?

Der junge Mann schaute auf des alten Mannes Herz, sah dessen Zustand und lachte: „Du musst scherzen“, sagte er, „dein Herz mit meinem zu vergleichen. Meines ist perfekt und deines ist ein Durcheinander aus Narben und Tränen.“

„Ja“, sagte der alte Mann, „deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit dir tauschen. Jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben habe. Ich reiße ein Stück meines Herzens heraus und reiche es ihnen und oft geben sie mir ein Stück ihres Herzens, das in die leere Stelle meines Herzens passt. Aber weil die Stücke nicht genau passen, habe ich einige raue Kanten, die ich sehr schätze, denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten. Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben, ohne dass mir der andere ein Stück seines Herzens zurückgegeben hat. Das sind die leeren Furchen. Liebe geben heißt manchmal auch ein Risiko einzugehen. Auch wenn diese Furchen schmerzhaft sind, bleiben sie offen und auch sie erinnern mich an die Liebe, die ich für diese Menschen empfinde. Ich hoffe, dass sie eines Tages zurückkehren und den Platz ausfüllen werden. Erkennst du jetzt, was wahre Schönheit ist?“

Der junge Mann stand still da und Tränen rannen über seine Wangen.

Er ging auf den alten Mann zu, griff nach seinem perfekten jungen und schönen Herzen und riss ein Stück heraus. Er bot es dem alten Mann mit zitternden Händen an. Der alte Mann nahm das Angebot an, setzte es in sein Herz. Er nahm dann ein Stück seines alten vernarbten Herzens und füllte damit die Wunde in des jungen Mannes Herzen. Es passte nicht perfekt, da es einige ausgefranste Ränder hatte.

Der junge Mann sah sein Herz an, nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor, denn er spürte die Liebe des alten Mannes in sein Herz fließen. Sie umarmten sich und gingen fort, Seite an Seite.

(Quelle: https://www.lichtkreis.at/gedankenwelten/weise-geschichten/das-perfekte-herz/)

Und der Herr segne Dich und behüte Dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe dir Frieden +. Amen.

20. Dezember 2020

Sonneborn – heute – Blick vom Balkon… alles Wunder!

Evangelium Lk 1, 26-56

Predigt 1.Mose 18,1-2.9-15

Gnade sei mit Euch und Friede von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus.

AMEN.

Der Predigttext für diesen Tag ist scheinabr gar nicht weihnachtlich, zumindest geht es nicht um Jesus. Wir hören aus dem 1. Buch Mose im 18. Kapitel:

181Und der Herr erschien Abraham im Hain Mamre, während er an der Tür seines Zeltes saß, als der Tag am heißesten war. 2Und als er seine Augen aufhob und sah, siehe, da standen drei Männer vor ihm. Und als er sie sah, lief er ihnen entgegen von der Tür seines Zeltes und neigte sich zur Erde.

9Da sprachen sie zu ihm: Wo ist Sara, deine Frau? Er antwortete: Drinnen im Zelt. 10Da sprach er: Ich will wieder zu dir kommen übers Jahr; siehe, dann soll Sara, deine Frau, einen Sohn haben. Das hörte Sara hinter ihm, hinter der Tür des Zeltes. 11Und sie waren beide, Abraham und Sara, alt und hochbetagt, sodass es Sara nicht mehr ging nach der Frauen Weise. 12Darum lachte sie bei sich selbst und sprach: Nun, da ich alt bin, soll ich noch Liebeslust erfahren, und auch mein Herr ist alt!

13Da sprach der Herr zu Abraham: Warum lacht Sara und spricht: Sollte ich wirklich noch gebären, nun, da ich alt bin? 14

Sollte dem Herrn etwas unmöglich sein? Um diese Zeit will ich wieder zu dir kommen übers Jahr; dann soll Sara einen Sohn haben. 15Da leugnete Sara und sprach: Ich habe nicht gelacht –, denn sie fürchtete sich. Aber er sprach: Es ist nicht so, du hast gelacht.

Liebe Gemeinde,

eine wundervolle Geschichte. Grund zum Lachen.

Sara lacht über die Absurdität der Situation und die Umstände und mag es am Ende nicht einmal zugeben.

Dabei kann ich sie gut verstehen.

Ist es nicht lächerlich, nach all dem, was möglich gewesen wäre.

Ist es nicht lächerlich, nach all dem, was Abraham und Sara unternommen haben.

Immer wieder wird der Glaube Abrahams betont und das zu Recht, denn er wird schon immer wieder herausgefordert, mit Geduld und Verzicht. Wen wundert es da, dass die Geschichte nicht so geradlinig verläuft, wie von Gott vielleicht vorgesehen. Ich kann Abraham verstehen.

Dennoch möchte ich Sie einmal auf eine ganz andere Fährte führen und bitte Sie, sich nicht zu schnell abhängen zu lassen.  

Worin z.B. hat sich Abrahams Glaube denn bewiesen, als er sich von Sara die ägyptische Sklavin Hagar hat auf den Schoss setzen lassen, um der Verheißung auf die Sprünge zu helfen.

Hätte Abraham nicht einfach zugunsten seines Glaubens Saras Schnappsidee nicht einfach ablehnen können oder war er etwa nicht Manns genug?

Oder ist es am Ende überhaupt der Versuch, die Verantwortung für die Konsequenzen aus der Notlösung zu ziehen.

Schließlich ist es das gemeinsame Kind Ismael, das aus der Verbindung zwischen Abraham und der Sklavin Hagar die Geschichte nachhaltig prägen wird.

Die ursprünglich gut gemeinte Möglichkeit, um Gottes Verheißung ohne das Unglaubliche und das Wunder zu erfüllen – Sara war ja unfruchtbar und jetzt am Ende auch noch jenseits der Wechseljahre – hat mit Ismael den Stammvater für ein ganzes Volk hervorgebracht, nämlich alle Araber, mit denen viele Christen durch die Jahrtausende immer wieder in Konflikte geraten sind, bis heute.

Und so, wie es aufgeschrieben ist, sieht es aus, als wäre es einer Frau, nämlich Abrahams Frau Sara zuzurechnen, dass es so gekommen ist, wie es ursprünglich nicht gedacht war.

Ich weiß es nicht, aber möglich wäre es.

Es wäre ja auch nicht das erste Mal, dass die Männer in der Geschichte der Bibel nicht Manns genug gewesen wären, dem Auftrag Gottes nicht standhalten zu können und es am Ende den Frauen in die Schuhe zu schieben – denken Sie doch einmal an Adam und Eva.

Und jetzt bitte ich Sie, wieder mit mir einzusteigen.

Wie oft nehmen wir uns die Freiheit, die Verantwortung für unser eigenes Handeln nicht auf die eigene Kappe zu nehmen, sondern andere, am besten noch die eigenen besten Freunde und Berater, Eltern oder den eigenen Partner dafür zur Verantwortung zu ziehen, weil wir nicht mutig genug sind, die Konsequenzen für unsere Entscheidungen auf uns zu nehmen.

Abraham und Sara wurden am Ende gesegnet, trotz all denn Irrungen und Wirrungen um die Verheißung der Nachkommenschaft. Gott hat gehandelt und ruft damit eine Geschichte ins Leben, die bis heute von Bedeutung ist. Wer weiß, wie viel Bedeutung diese Geschichten in Zukunft wieder bekommen werden.

Wir lebten bis vor Kurzem in einer Zeit, in der unser Mut, unser Leben in die Hand zu nehmen, uns zunächst dahingehend in die Irre geführt hat, dass wir dem Hochmut verfallen sind, größer sein zu können als Gott. Viele dachten, sie bräuchten ihn nicht mehr.

Damit haben wir uns in eine lange Reihe von biblischer Lebensweisheit eingereiht, wie Adam und Eva, Abraham und Sara und viele mehr…

Aktuell scheint es mir, dass wir tief gefallen sind. Hochmut kommt vor dem Fall. Selbst die aktuell drastischen Maßnahmen halten die aktuellen Bedrohungen unserer Sicherheiten und Errungenschaften nicht mehr im Zaum. Wir sind hilflos und fühlen uns ausgeliefert und haben Angst.

Und jetzt kommt die andere Geschichte ins Spiel – Maria. Schließlich leben wir im Advent – eigentlich seit der Himmelfahrt Jesus, also schon ziemlich lange. Was wir, also die Menschengemeinschaft im Einzelnen oder in der gemeinsamen Verantwortung im Laufe der Geschichte daraus gemacht haben, ist recht vielseitig –  erfreulich wie beängstigend und oft auch verwerflich.

Maria – eine junge Frau – ist für mich ein Musterbeispiel, ein mutiges Vorbild mit guten Lösungen für den Umgang mit Verantwortung in dieser Welt.

Das Evangelium für den heutigen Tag nimmt uns nämlich auch hinein in diese Geschichte.

Maria bekommt Besuch vom Engel. Dieser spricht sie an mit: „Du Begnadete! Der Herr ist mir dir!“

Und natürlich erschrickt Maria zunächst. Wer würde das nicht?

Aber als sie von ihrem Auftrag erfährt und die Umstände sind ganz ähnlich wie bei Abraham und Sara, stellt sie fest und formuliert daraus die entscheidende Frage:

„Das ist unmöglich. Wie also soll das zugehen?“

Und als ihr der Engel versichert, dass bei Gott kein Ding unmöglich ist, sagst sie mutig und voll Vertrauen:

„Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast.“

Da gibt es nichts zu lachen und nichts zu leugnen.

Und Maria wird für dieses Vertrauen belohnt, mehrfach und über ihr eigenes Leben hinaus, nämlich mit dem Geschenk eines Kindes, einer Familie und der Wertschätzung und der Anerkennung, die sie für diesen Mut und diesen Glauben verdient. Der einzige Verdienst, den Gott von uns braucht.

Und mit ihr und ihrem Kind beginnt die Veränderung einer Welt, die für viele Menschen – vor allem Sklaven, Frauen und Kinder, vermutlich ähnlich erbärmliche Gefühle hervorgerufen hatte wie die Situation unserer Welt im Jahr 2020 für viele Menschen heute.

Und es gibt damals niemanden, außer Maria, den man für dieses mutige und verantwortungsbewusste Vertrauen und Handeln in die Verantwortung ziehen kann. Sie hat es ganz alleine entschieden und war dabei nicht allein. Denn Josef wäre über alle Berge, wenn Gott nicht nachgeholfen hätte und auch ihm zum rechten Zeitpunkt einen Engel geschickt hätte. Gott sorgt dafür dass Maria nicht allein gehen muss.

Marias Mut und Gottes Unterstützung wünsche ich uns heute allen, ganz genau dort, wo wir Verantwortung tragen. Das ist höchst unterschiedlich und scheinbar nicht überall gleich relevant, scheinbar. Aber die Verantwortung für unser Leben, die nimmt uns niemand ab und Schuldzuweisungen aneinander bringen uns nicht weiter, sondern beherztes Handeln, wie wir es bei Maria erleben werden, eine junge Frau, die mit ihrer Verantwortung – ganz anders als die alte Sara vieles viel besser gelöst hat.

Vielleicht stellt Jesus später auch deshalb die Bedeutung der Kinder bzw. deren Naivität, Glauben und Vertrauen zu können in den Mittelpunkt seiner Botschaft.

Dieses Vertrauen macht Maria, wie auch Jesus, als Kind in der Krippe an Weihnachten, zu den wahren Helden in den dunklen Zeiten dieser Welt.

Und mit Paulus möchte ich schließen (Röm 5,18):

Wie nun durch die Sünde des Einen die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt.

So war das damals die Gerechtigkeit des Kindes in der Krippe, dem Maria das Leben geschenkt hat, die uns zum Leben geführt hat. Und heute warten wir wieder, wie die Menschen damals, sehnsüchtiger als in vielen Jahrzehnten zuvor und ich bin zuversichtlich, dass wir nicht enttäuscht werden. Vielleicht ist es sogar möglich, dass all die Gräben die durch die vielen Brüche im Laufe der Menschheitsgeschichte und auch die Umwege von Abraham und Sara, wieder geheilt werden.

Vielleicht gelingt es, indem wir, wie wir mit allen Menschen auf der Erde gemeinsam unter der Herausforderung dieser Zeit leiden, vielleicht auch gemeinsam den Weg zum Frieden mit Gott und seinen unterschiedlichen Wegen zum ihm durch die Geschichte finden – und auch den Frieden untereinander.

Und ich bin neugierig, wer dieses Mal so beherzt glauben und entscheiden wird wie Maria, damit wir am Ende doch wieder lachen können, und zwar vor Freude und Erleichterung, wie Abraham und Sara ganz am Ende, als Isaak endlich geboren wird.  

Und wie Maria und Josef, als Jesus geboren wird.

Allerdings vermute ich, dass Sara und Josef ein wenig beschämt waren, weil sie die Lösung zu Beginn aufs Spiel gesetzt haben.

Und ich wünsche uns, dass auch wir am Ende Grund haben werden, ein wenig beschämt zu sein, wo wir auf dem Weg zwischen Hochmut und Demut vielleicht doch keinen Glauben mehr gehabt haben werden.

Amen. 

4Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!

5Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe! 6

Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! 7Und der

Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus. Amen. (Phil 4, 5ff.)

19. Dezember 2020

Der Blick von meinem Arbeitsplatz im Anschluss an die Trauerfeier…

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,

es gibt vor allem die Kehr-Seite in diesen Tagen.

Nachdem uns das ohnehin ständig vor Augen gestellt wird, möchte ich diese Seite an der Stelle nicht auch noch zu groß werden lassen, denn wir brauchen Hoffnung, gegen die Zweifel und Dunkelheit der täglichen Nachrichtenflut.

Dir geschehe, wie Du geglaubt hast“, sagt Jesus.

Und ich glaube an die Zukunft, hilf meinem Unglauben.

So, oder so ähnlich – lässt sich die Jahreslosung 2020 in dieses Jahr integrieren in unser Leben.

Und dennoch: Gestern Morgen stand ich auf dem Friedhof.

Es war ein trauriger Tag, denn der Verstorbene war in seinem Leben immer und für alle da. Da wollten alle dabei sein, wenn er seinen letzten Weg geht und ihm noch einmal Dankbarkeit erweisen. Die Realität war dann aber eben doch: Lockdown-Bedingungen: Nur die engsten Angehörigen konnten wirklich den letzten Weg an die letzte Ruhestätte diese Menschen gehen.  

Um so wichtiger war es, dass wir auf dem Weg aus der Kirche zum Grab begleitet wurden. Von der Sonne. Wir sind an diesem Morgen direkt in das Licht der aufgehenden Sonne gelaufen, strahlend hell und kräftig hat sie sich durch den Morgennebel und die trüb-traurigen Gedanken ihren Weg gebahnt.

Und da wurde mir plötzlich klar, wie sich das angefühlt haben muss, als Maria vor dem Grab Jesu ankam und die Nachricht von der Auferstehung sich in ihrem Herzen den Weg gebahnt hat.

Furcht über das Neue, das Überraschende und gleichzeitig unbändige Freude über das Licht, den Lichtblick und die Wärme auf der Haut, im Kopf, im Herzen über die umfassende Botschaft der Erneuerung des Lebens.

So kann ich auch meine Hände wieder erwärmen, für meinen Auftrag, für das, was zu tun ist, in diesen Tagen und ich verstehe so gut wie nie zuvor, was genau gemeint ist mit den Worten (Jes 9,2):

Das Volk das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht; und über die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.

Mal sehen, wie viele Menschen ich heute treffe, die das be-greifen wollen – vermutlich treffe ich niemanden unmittelbar – wir dürfen ja nicht, aber vielleicht über neue Wege, in denen ich allerdings noch nicht so geübt bin.

Beeindruckt von der Sonne am gestrigen Morgen, in genau diesem Moment auf genau diesem Friedhof und wer weiß, wo noch, rufe ich Dir jetzt erst einmal zu:

Freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind und zwar schon da, als ihr noch nicht bereitet ward. (mit anderen Worten – als außer Gott noch niemand einen Plan haben konnte)

Und das bedeutet letztlich, dass das, wofür viele Kritiker Jesus immer wieder Vertröstung vorgeworfen haben, heute und wer weiß wie oft in der Geschichte, Menschen den Mut und die Kräfte geweckt und erhalten hat.

In dem, was war, ist und kommt müssen wir nicht verzweifeln, sondern wir dürfen die Umkehr, die Abkehr, die Wende, die Einkehr zu sich und zu Gott in Kopf, Herz und Händen lebendig halten, allen Widrigkeiten zum Trotz.

Unbegreiflich, aber wunderbar zusammengefasst in einem der für mich wichtigsten Lieder, angelehnt an den Text aus einem uralten Buch, dem Buch Hiob – eine Grunderfahrung der Kehr-Seite des Lebens:

Und der Herr segne Dich und behüte Dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe dir Frieden +.

Amen.

18. Dezember 2020

Kurz und knackig:

KEHRT UM !!!

17. Dezember 2020

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,

viele haben die Hoffnung in die Zukunft verloren – die Zukunft der Welt, aber auch in die eigene Zukunft. Erst gestern hat mir ein guter Freund geschrieben, dass er keinen Aus-Weg mehr sieht, zumindest nicht für seine beruflichen Herausforderungen, nicht mehr weit vor dem Ende seiner aktiven Dienstzeit. Das ist eine wohl vielen vertraute Erfahrung, nicht nur während der Corona-Krise, sondern in so mancher Krise des Lebens, an der wir an die Grenzen unserer eigenen Möglichkeiten oder Kräfte stoßen. Und was bleibt dann?

Jammern, resignieren, aufgeben – die Kapitulation vor einer Einsicht, die uns vielleicht nicht früh genug treffen kann: Das Leben ist eine Herausforderung. Täglich fordert es uns heraus, aus dem, was uns begegnet, Konsequenzen zu ziehen und etwas Neues zu lernen.

Was mich persönlich noch nie weiter gebracht hat, ist die Kapitulation vor den Neuerungen. Burn-Out, Depression, persönlicher Lockdown – der Rückzug in die Einsamkeit, in der Illusion, die gesamte Welt und ihre Menschheit hätte sich gegen einen verschworen.

Was mich weitergebracht hat, ist die Einsicht, dass ich eben gerade dann nicht alleine bin, wenn ich mich besonders einsam und verlassen fühle. Da gibt es jemanden, der kennt dieses Gefühl. Wenn ich bereit bin, wenn ich Ohren habe, zu hören, dann tun sich plötzlich Türen auf, jeden Tag anders, jeden Tag aufs Neue.

Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.                            Offb. 3,20.

In unseren Gemeinden haben wir in diesen Wochen bewusst darauf verzichtet, Abendmahl zu feiern.

Ich spüre, wie die Sehnsucht in mir wächst, es wieder zu tun.

Und vielleicht ist auch das eine heilsame Erfahrung – wonach sehne ich mich eigentlich wirklich?

Was, wenn nichts mehr geht, fehlt mir am allermeisten?

Und dann halte ich die Ohren offen und auch die Augen. Hör ich da vielleicht das klopfen in mir, meinen Herzschlag, der mein Herzblut am Laufen hält. Steht Jesus vor meiner Herzenstür und möchte eintreten und das Feuer in mir neu anzünden, das Licht, das niemals verlischt, das Licht der Welt, durch das ich wachsen und Lernen kann:

Und am Ende stellt sich nur die Frage: Hören wir Jesu klopfen? Oder lassen wir uns von anderen Dingen „zudröhnen“, Ängsten, Sorgen oder der Illusion, das Geld und Wirtschaftssorgen mehr Aufmerksamkeit verdienen als das Leben?

Oder machen wir die Tür auf, erleichtert, dass endlich jemand da ist und meine Einsamkeit durchbricht und dann wird Licht und da wird es warm und schließlich kann ich beginnen, das Licht und die Wärme in die Welt zu tragen.

Und am Ende ist diese Erfahrung ganz ähnlich dem, was wir gerade durch den Verzicht auf das Abendmahl besonders vermissen.

Bereits am Totensonntag habe ich für mich einen großartigen Frieden verspürt und das ganz ohne Risiko, mit Abstand, haben sich die Herzen in den Kerzen des gemeinsamen Gedenkens verbunden in einer Schale aus Sand.

Diese Schalen aus Sand laden seither jeden Tag in unseren Kirchen ein, sich niederzulassen, Jesu klopfen an unserer Herzenstür zu hören. Und was machst Du?

Ich bin neugierig. Wenn Du magst, dann komm mit mir ins Gespräch – über die Homepage und den Kontaktlink oder im Pfarrhaus zu Sonneborn. Und der Herr segne Dich und behüte Dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe dir Frieden +. Amen.

16. Dezember 2020

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,

vielen fällt es schwer, die gegenwärtigen Erfahrungen unter das Stichwort „Wunder“ unter den Völkern einzuordnen.

Im März dieses Jahres war ich ehrlich gesagt auch nicht in der Lage, den Lockdown mit den angenehmen Seiten in Verbindung zu bringen.

Meine Präsentation auf der neuen Pfarrstelle im neuen Land war für den 22. März geplant. Das war der notwendige Vorlauf für den ersten möglichen Schritt in eine neue Richtung.

Nach den letzten Erfahrungen, die mich zu dem Aufbruch in die neue Landeskirche bewegt haben, habe ich diesen Schritt mehr herbei gesehnt als vieles andere und bis dato lief alles auch wirklich sehr erfreulich.

Und plötzlich – 21. März – war alles anders. Eine ver-rückte Erfahrung, aber eben noch kein Wunder, nicht auf den ersten Blick. Mein Geburtstag – nur kurz darauf – im Lockdown, aber trotzdem etwas ganz Besonderes.

Inzwischen hat sich für mich trotzdem jede Menge Wunder eingestellt.

Mein Fazit: Gott hat seine Macht bewiesen unter den Völkern, nicht weil ich ihm das zuschreibe, was einer ganzen Welt gerade Angst macht, sondern weil ich ihm das zuschreibe, was Paulus im Kolosserbrief beschreibet:

Gott wollte seinen Heiligen kundtun, was der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses unter den Völkern ist (was also ist sein Machterweis?), nämlich:

CHRISTUS IN EUCH, DIE HOFFNUNG DER HERRLICHKEIT.

Ich wünsche dir, dass Du den Teil, der Christus in Dir ist, als Geheimnis lüftest.

Ich wünsche Dir, dass dadurch die Hoffnung der Herrlichkeit in Dir stärker wird als jegliche Angst, die Dich vom Leben abhält.

Seit Anbeginn der Welt und „noch ehe Du im Mutterleib bereitet warst“ (Jer 1,5) hat Gott Dich zusammen mit allen Teilen von Christus, Ebenbild in allen Menschen auf der Welt zu einer Hoffnung berufen, die die gesamte Herrlichkeit Gottes durch Jesu offenbaren wird, wenn auch noch nicht vollkommen, aber schon in der Gegenwart dieser Welt, Deines Lebens.

Gott ist ein Gott, der Wunder tut, durch Dich. Fasse Mut und hab Vertrauen!

Und der Herr segne Dich und behüte Dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe dir Frieden +. Amen.

15. Dezember 2020

Liebe Schwester, lieber Bruder, in Christus, in dieser Zeit,

mal inspiriert von den Losungen, mal von der täglichen Bibellesung, hänge ich heute noch an einem Text von gestern und lade Dich ein, mit mir „abzuhängen“:

 Jesaja 65, 17-25

Neuer Himmel und neue Erde

17Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird. 18

Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich erschaffe Jerusalem zur Wonne und sein Volk zur Freude, 19und ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein Volk.

Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens. 20Es sollen keine Kinder mehr da sein, die nur einige Tage leben, oder Alte, die ihre Jahre nicht erfüllen, sondern als Knabe gilt, wer hundert Jahre alt stirbt, und wer die hundert Jahre nicht erreicht, gilt als verflucht. 21Sie werden Häuser bauen und bewohnen, sie werden Weinberge pflanzen und ihre Früchte essen.

22Sie sollen nicht bauen, was ein anderer bewohne, und nicht pflanzen, was ein anderer esse. Denn die Tage meines Volks werden sein wie die Tage eines Baumes, und ihrer Hände Werk werden meine Auserwählten genießen. 23Sie sollen nicht umsonst arbeiten und keine Kinder für einen frühen Tod zeugen; denn sie sind das Geschlecht der Gesegneten des Herrn, und ihre Nachkommen sind bei ihnen. 24Und es soll geschehen:

Ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch reden, will ich hören. 25


Wolf und Lamm sollen beieinander weiden; der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind, aber die Schlange muss Erde fressen. Man wird weder Bosheit noch Schaden tun auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der Herr.

Das sind so viele Bilder, die bis jetzt noch nicht wirklich in der Gegenwart angekommen sind.

Was wäre, wenn diese Zeit jetzt gekommen wäre?

Was wäre, wenn nach dem großen Lockdown der Welt plötzlich alles noch viel besser werden würde als zuvor, ohne die große Katastrophe, Diktaturen, Armageddon, Apokalypse und wie sie alle heißen, bei Verschwörungstheoretikern, Fanatikern, Fundamentalisten und wie sie alle heißen.

Ich bin voll Hoffnung und Zuversicht und erwarte kein Ende, sondern einen neuen Anfang – eine neue Weltzeit und der Blick in die Weltgeschichte macht mir Mut.

Und der Herr segne Dich und behüte Dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe dir Frieden +.

Amen.

10. Dezember 2020

Impuls vom 11.12.2020 – ich werde zum Subjekt und alle um mich herum mit mir…
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