1. März 2021

Text: Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart – Grafik: © GemeindebriefDruckerei

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,
nach einem weiteren Sonntag mit Auferstehungssonne und entprechend viel Licht in den Gottesdiensten des gestrigen Tages, ist es heute wieder trüb vor dem Fenster.
So wurde für mich der gestrige Sonntag zu einem Lobgesang in zwei völlig unterschiedlichen Gottesdiensten – Wangenheim und Haina.

In den Ereignissen rund um den Monatsspruch für den März geht es den Jüngern ähnlich.
Obwohl sie mit Jesus bereits auf dem Weg zur Kreuzigung sind, das ist der Palmsonntag, also der Einzug in Jerusalem und eigentlich erst der letzte Sonntag der Passionszeit, stimmen sie einen Lobgesang an, der Aufsehen erregt.

Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn!
Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!
39Und einige von den Pharisäern in der Menge sprachen zu ihm: Meister, weise doch deine Jünger zurecht!
40Er antwortete und sprach: Ich sage euch:

Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.

Ich hoffe, dass diejenigen, die die Hoffnung durch die Krisen des Lebens und dieser Monate hochhalten und tragen und laut rufen, durchhalten.
Ich erinnere mich noch über die verächtlichen Aussagen über das sonntägliche Sündenbekenntnis zu Beginn eines jeden Gottesdienstes: „Ich will doch nicht jeden Sonntag wissen, wie falsch ich bin.“
Richtig, aber wenn es doch so ist.
Viele spüren, dass wir mit dem, woran wir unser Herz, unsere gesamte Aufmerksamkeit gelenkt haben, noch wesentlich konsequenter in die Irre gegangen sind als wir das vielleicht bisher gespürt haben.
Insofern täte es uns vermutlich gut, wieder zu Einsicht, regelmäßiger Buße und Umkehr zurückzukehren.
In diesen Tagen aber spüre ich, wie viel Not-wendiger gerade jetzt die andere Seite unseres Glaubens ist.
Wir dürfen Gott loben, der uns durch diese Zeit begleitet, mit uns gegangen ist, durch das größte Leid, das einem Vater widerfahren kann – das Leiden und Sterben seines ei(ge)ngeborenen Sohnes.
Wir dürfen Gott vor allem auch deswegen loben, weil er diesem, seinem eigenen Leidensweg ein so wunderbares Ende gesetzt hat – den Neubeginn eines neuen Tages, ein Aufstehen aus dem Totgeglaubten, einen neuen Geist für die ganze Welt – voll Trost und Kraft.
Und sollte es wirklich einmal keine Jünger mehr geben, dann werden die Steine schreien.
Das allerdings möchte ich persönlich nicht erleben.
Und Du?
Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Schuld und unser Lobgesang, der bewahre uns in diesem Monat und geleite uns zur Auferstehung aus allem, was sich gerade tot anfühlt.
Amen.


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