26. Juni 2021

Nachklang zum Johannistag:

Die Geburt Johannes des Täufers (Lk 1, 57-66.80)

57Und für Elisabeth kam die Zeit, dass sie gebären sollte; und sie gebar einen Sohn. 58Und ihre Nachbarn und Verwandten hörten, dass der Herr große Barmherzigkeit an ihr getan hatte, und freuten sich mit ihr. 59Und es begab sich

am achten Tag, da kamen sie, das Kindlein zu beschneiden, und wollten es nach seinem Vater Zacharias nennen. 60Aber seine Mutter antwortete und sprach: Nein, sondern er soll Johannes heißen. 61Und sie sprachen zu ihr: Ist doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt. 62Und sie winkten seinem Vater, wie er ihn nennen lassen wollte. 63Und er forderte eine kleine Tafel und schrieb: Er heißt Johannes. Und sie wunderten sich alle. 64Und sogleich wurde sein Mund und seine Zunge aufgetan, und er redete und lobte Gott.

65Und es kam Furcht über alle Nachbarn; und diese ganze Geschichte wurde bekannt auf dem ganzen Gebirge Judäas. 66Und alle, die es hörten, nahmen’s zu Herzen und sprachen: Was wird aus diesem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm.

80Und das Kindlein wuchs und wurde stark im Geist. Und er

war in der Wüste bis zu dem Tag, an dem er vor das Volk Israel treten sollte.

Liebe Gemeinde,

es ist eine Geschichte, die sich in der Bibel immer wieder wiederholt.

Ein altes Ehepaar – unfruchtbar und hochbetagt – bekommt eine besondere Verheißung. Und trotzdem der Engel spricht – hier ist es Gabriel – fehlt den Verheißungsträgern der Glaube.

Abraham und Sara sind die wohl berühmtesten Beispiele im alten Testament. Im Neuen Testamten beginnt die Geschichte mit Zacharias und Elisabeth – immer wieder die gleiche Geschichte.

Die Wunder waren selten geworden – der Glaube fad und wirkungslos.

Und dennoch – immer wieder greift Gott in die Geschichte der Menschen ein – machtvoll, wirkungsvoll, wundervoll.

Aber es geht nicht ohne uns – Abraham musste jede Menge Geduld haben und dann wurde viel von ihm verlangt – großes Vertrauen, als das langersehnte Kind endlich da war, soll er es opfern.

Zacharias hat es da einfacher.

Er war stumm geworden, weil er nicht geglaubt hatte.

Doch als die Zeit gekommen war und es keinen Grund mehr gab, zu zweifeln, da erinnert er sich an die alten Worte – den Namen, den er dem Kind geben sollte. Er fügt sich in sein Schicksal.

Er schreibt auf, was der Engel ihm befohlen hatte.

Er geht kein Risiko ein.

Und dann findet er die Worte wieder, die ihm eine ganze Schwangerschaft lang völlig abhanden gekommen waren.

Doch das wundersam armselige Volk – ohne Blick für die wesentlichen Dinge und Leben und die Wunder, die es täglich gibt – wundert sich sehr über das Geschehen.

Das Volk will es nicht glauben, versteht nicht, was da plötzlich geschieht – jenseits aller Regeln der Namensgebung.

Und wir hören am Ende der Geschichte, dass Johannes ein weiterer Prophet wird, stark im Geist – allen Erwartungen zum Trotz. Er wird der letzte, der den Messias ankündigt und dem Volk die Chance einräumt, umzukehren, zum wahren Glauben, der Wunder möglich macht.

Noch einmal ist solch eine Zeit angesagt, nämlich wenn Jesus wiederkommt. Was das bedeutet, weiß niemand so genau. Jesus hüllt sich in Schweigen und das ist auch nicht wichtig.

Wichtig ist, dass Menschen zu allen Zeiten Glauben und Wunder verloren haben und zu allen Zeiten sind Menschen, Propheten aufgestanden, um Menschen daran zu erinnern, worauf sie achten müssen, um die wesentlichen Dinge, die Wunder im Leben nicht zu verpassen.

Jetzt leben wir wieder in einer Zeit, in der Glauben und Wunder verloren gegangen sind. Die Welt steckt in einer ihrer größten Krisen und die Krise macht Pause, scheint aber kein Ende zu nehmen. Jeden Tag gibt es neue Hinweise darauf.

Deshalb ist die Botschaft des Johannes heute so aktuell wie zu seinen Lebzeiten.

Wir dürfen umkehren, dürfen Gottes Feuer wieder spüren und nicht mehr nur die Reste der Asche aus längst vergangenen Zeiten davontragen.

Aber was ist jetzt das Feuer, welches es zu entdecken gibt.

Für Kirche ist das ganz einfach.

Jesus ist ihr Gründer und er hat die Menschen gesehen und gehört und hat ihnen gegeben, was sie brauchen, um wieder Feuer zu fangen, für ein kraftvolles Leben in Glück und Segen.

Deshalb fragt Jesus die Menschen, was ihnen wirklich wichtig ist. Und wenn Du das nicht weißt, dann darfst Du in Dich gehen, darfst Dir Dein Leben betrachten. Vielleicht hast Du schon Wunder erlebt und noch nicht entdeckt. Vielleicht hat Dich das Leben verletzt und vieles ist noch nicht geheilt.

In Wundern und Wunden entdeckst Du vielleicht etwas, dass sich wie ein roter, feuriger Faden durch dein Leben zieht. Und dort solltest Du anfangen, Feuer zu fangen.

Das ist das Thema, dass Dir Deine Lebensenergie zurückgibt oder Deine Stimme, wie dem Zacharias.

Und dann kannst Du loslegen, Dinge verändern und eine neue Richtung einschlagen. Weg aus den Wunden, den Problemen und der Asche Deines Lebens. Hin zum Feuer, zur Energie, die Gott Dir in seiner Liebe zugedacht hat.

Lass die verbrannte Erde hinter Dir und wenn Du dabei Unterstützung brauchst, bin ich als Dein Pfarrer immer wieder gerne Dein Ansprechpartner.

Vielleicht findest Du heute – an diesem Tag – das Feuer für Dein Leben zurück, indem Du Dir die Zeit nimmst und in Dich hörst und auf die Stimme Gottes aufmerksam wirst.

Gott wartet auf Dich. ER setzt Dich in Brand.

Amen.

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