5. Juni 2021


Gott braucht Dich!

Kennst Du Jona?

Das ist eine Geschichte über einen Menschen, den ich gut verstehen kann. Jona bekam einen Auftrag von Gott – wie genial! Manchmal würde ich mir wünschen, so einen klaren Auftrag zu bekommen, für mich als Mensch, als Pfarrer, für meine Gemeinden, für meine Kirche, für mein Leben. Da wüsste ich wenigstens, dass ich richtig liege mit dem, was ich tue.

Doch wie soll Jona glücklich sein mit diesem Auftrag?

Sein Auftrag „schmeckt“ ihm nicht. Eine Erfahrung, die wir wohl immer wieder machen, als Menschen. Wir bekommen Aufträge, die uns nicht in den Kram passen. Mit Verwunderung beobachte ich meine Kinder, wie der Auftrag, den eigenen Teller nach dem Essen aufzuräumen, eine Lebenskrise heraufbeschwören kann!? Bei manch anderen Aufträgen leuchtet mir das schon eher ein – ins Bett gehen zum Beispiel. Wer möchte schon sein Leben verschlafen, in einem Alter und einer Zeit, während der lange Zeit ohnehin Vieles nach Schlafen angefühlt hat. Jetzt ist Sommer, es ist sehr lange hell draußen und endlich mal wieder was los.

Jonas Reaktion auf seinen Auftrag leuchtet mir da besonders ein. Er soll den Menschen einer Stadt ein göttliches Strafgericht androhen – und zwar aufgrund deren Bosheit.

BÄM!  Wer hat schon Lust auf so einen Auftrag?

Jona nicht: Er schleicht sich davon, schmuggelt sich auf ein Schiff. Doch Gott findet ihn und lässt das ganze Schiff in Seenot geraten. Durch das Los wird Jona entlarvt und schließlich gibt Gott erst Ruhe, als die Besatzung Jonas Vorschlag Folge leistet: „Werft mich über Bord!“ Wo manch einer nun den sicheren Tod erwarten möge, kommt stattdessen ein Walfisch, schnappt sich Jona und liefert ihn unversehrt am Zielstrand Ninive ab. Nur so viel: Jona entgeht seinem Auftrag am Ende nicht, trotz mehrfacher Bemühungen.

Nun sind wir zwar nicht alle Propheten wie Jona, doch hat sich unsere Gesellschaft, unsere Welt, die Menschheit, nun monatelang in Seenot befunden und wir haben alle den Auftrag, Jesu Zeugen zu sein. Viele Menschen haben diesen Ruf bereits gespürt. Viele haben aber vor allem das getan, was sie immer getan haben. Sie haben versucht, Ansehen, Einfluss, Geld und Macht zu sichern – manchmal ohne Rücksicht auf Verluste.

Und jetzt setzen sich viele wieder in Bewegung. Ausgehungert von der Wüstenzeit, unterwegs zu altbekannten Ufern – Mallorca, Grundstückskauf, Bundestagswahl, etc.

Wie viele Menschen hast Du beobachtet, die sich jetzt verstärkt aufmachen, um Gott zu suchen, nach seinem Auftrag für sich und ihr Leben zu fragen? Gott hat uns ins Leben gerufen. Sollten wir da nicht endlich nach unserer Berufung und Bestimmung als Zeugen fragen? Oder wollen wir uns – wie bisher – vor Gott verstecken und damit die nächste Seenot riskieren?

Jona entkommt seiner Bestimmung nicht. Ebenso wenig die Menschen von Ninive! – So die Bibel.

Die vergangenen Monate im Sturm scheinen bereits wieder in Vergessenheit zu geraten. Deshalb wünsche ich Dir, dass Du den Mut aufbringst, Dich mit Deiner Bestimmung auseinanderzusetzen und Dir selbst und uns allen so vielleicht eine weitere Seenot ersparst.

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