7. Juni 2021

Ab jetzt wieder in Textform, weil das eher mein und vielleicht auch eher Dein Medium geworden ist, zumindest im Moment noch. Das kann auch in die Stille wirken.

Als Pfarrer Alex habe ich irgendwann eine Zeit in meinem Leben entdeckt, in der mir die Stille plötzlich viel wichtiger geworden ist.
Zuvor habe ich Grenzen entdeckt, die ich so nie wahr genommen habe.
Ich konnte mir viele Dinge nicht mehr merken, ich habe jede Woche Pfunde zugelegt und ich konnte die vielen Dinge in meinem Kopf nur noch sortieren, wenn ich mitten in der Nacht aufgestanden bin, um sie aufzuschreiben und dann endlich – um 4 Uhr nachts – konnte ich endlich für 2 Stunden schlafen.
Da habe ich gemerkt, dass ich etwas ändern muss…

Es war der Zufall, der mir zu Hilfe kam.
Es war der Text der Losungen aus Markus 1, 35.

Jesus zieht sich zurück. Jesus selbst, der sonst 5000e von Menschen um sich versammelt hat und der als Sohn Gottes vermutlich auch die Ressourcen für seine Aufgabe gehabt haben sollte. Und ausgerechnet er sucht sich am Morgen, wenn der Kopf normalerweise noch frisch oder endlich leer ist, einen einsamen Ort. Er verlässt das Hamsterrad und füllt sich neu, nicht mit Videostreams, Social Media oder anderen Möglichkeiten sich abfüllen zu lassen, mit Dingen, die einem suggerieren wollen, was man zu wollen hätte.
Jesus betet, zu seinem Vater, dem Schöpfer des Himmels und der Erde und wird eins mit dem Vater.
Erst dann geht er raus und ist wieder für die Menschen da, denen er dann begegnet, vermutlich nicht zufällig.

Als ich das gelesen hatte, habe ich angehalten, wenigstens einmal am Tag, morgens, für die Losungen. Ich habe gelesen, habe sie auswendig gelernt, habe meine Gedanken losgelassen und hingehört.

Und ab diesem Zeitpunkt ist etwas merkwürdiges geschehen: ich bin zu einer sehr merkwürdigen Zeit grundsätzlich aufgewacht, nämlich um 4: 44 Uhr und war hellwach mit ganz klaren Erkenntnissen in meinem Kopf, die einfach umgesetzt werden wollten, als Mail, als Predigt, als Konfi-Stunde, für Projekte…
Und je mehr das geworden ist, desto schneller konnte ich einschlafen, glücklich, weil ich nicht mehr relfektiert habe, was von den vielen Dingen nun zuerst zu tun sei und ob und wann ich das jemals schaffen würde, sondern ich habe nur noch gemacht, was ich bekommen habe, als Auftrag, als Gottes Antwort auf meine Fragen, als Impuls aus den Losungstexten…

Heute mache ich das nur noch so und mein Gebet lautet immer:
Vater unser im Himmel, DEIN WILLE geschehe…
Und weil ich überzeugt bin, dass der Wille Gottes für jeden Menschen anders ist, weil wir so unterschiedlich sind, wünsche ich Dir, dass auch Du lernst, genau so zu beten…

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