Sonntag – Sonnentag, 7. März 2021


Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,
wieder Sonntag, wieder ein Sonnentag. Sonntag Okuli.

Im Namen Gottes des Vaters und es Sohnes und des Heiligen Geistes. AMEN.

Heute geht es im weitesten Sinne, darum, was nötig ist, um fruchtbaren Boden zu bekommen, mit Bildern aus der Landwirtschaft – mit Bildern aus unserem Innerten, was uns selbst fruchtbar werden lässt.

Der Wochenspruch lautet: 

„Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“

Lk 9,62

Was geschieht im Zurückblicken?

Man kann beoabchten, dass mit dem Aufreißen des Ackers erst einmal alles viel Schlimmer aussieht, als vorher. Aber wo wir nichts Altes aufreißen oder aufbrechen – im Garten z.B. – da bleibt der Boden für neuen Samen verschlossen.
Andererseits lenkt es uns ab, wenn wir dem nachtrauern, was durch den Pflug zerstört wird.
Die gesamte Natur funktioniert so: wenn die Bäume jetzt ausschlagen, nach dem Winter, dann werfen sie alles ab, was noch übrig ist – falls noch etwas übrig ist, auch die Knospenschale: Das Neue braucht Platz. Davon hören wir im ersten Lied.


Evangelium Lk 9, 57-62

Ansprache Epheser 5, 1-9

Liebe Gemeinde,

das Gegenüber von Licht und Finsternis, von dem die Bibel so oft spricht, wird ganz oft als schwarz-weiß Denken oder falsch-richtig unter die Kategorie veraltet geschoben.

Aber Licht und Finsternis sind eben nicht einfach nur schwarz-weiß bzw. falsch oder richtig.

Selbst wenn man dem Licht den Tag zuordnet und der Finsternis die Nacht, wird man beim Beobachten feststellen – das stimmt nicht.

Die Nacht hat nicht nur Angst und Schrecken, sondern sie hat oft Mond und Sterne und viele Facetten mehr. Es gibt auch ein Sprichwort, das heißt: in der Nacht sind alle Katzen … grau. Grau ja, aber eben nicht schwarz.

Umgekehrt birgt der Tag nicht nur die Sonnenseiten unserer Wahrnehmung – auch da gibt es Nebel, zu viel Licht, das blendet oder sogar verletzt und unendlich viele Facetten mehr.

Sicher ist: Licht und Finsternis prägen unser Leben enorm. Jedes einzelne Phänomen im Bereich Licht und Finsternis – Sonnenfinsternis oder Sternbilder haben einen bemerkenswerten Einfluss auf unser Leben, egal, aus welchem christlichen oder sonstigen Hintergrund wir kommen, seit Jahrtausenden.

Jetzt, da die Tage deutlich länger werden, wird das besonders deutlich – unser ganzes Leben, unsere Stimmung verändert sich spürbar, egal, was um uns herum sonst so los ist.

Wenn Paulus hier im Epheserbrief oder die Bibel allgemein von Licht und Finsternis spricht, dann verstehe ich darunter vielmehr das Licht und alles was durch das Licht sichtbar wird – auch durch die Lichter der Nacht – also Mond und Sterne im Unterschied zur Finsternis, im Sinne von NICHTS. In einem dunklen Zimmer, bei geschlossenen Rollos sehe ich tatsächlich beinahe nichts – und stolpere manchmal über alles, was trotzdem da ist.

Überall wo Licht ist, da ist nicht automatisch alles richtig – es ist nicht einfach nur weiß, sondern die Welt erscheint in vielen wunderschönen Farben. Sie ist bunt. Und erst im Licht erscheinen eben auch die Unterschiede, auch die Unterschiede zwischen gut und böse oder lebensfreundlich und lebensfeindlich – das trifft es m.E. besser.

Paulus nun erinnert uns, worauf unser Fokus gerichtet sein soll, wenn wir Gott kennen, in Jesus. Er sagt: lebt als Kinder des Lichts.

Das ist nun ganz einfach:

Alles was meinem oder dem Leben des anderen feindlich gegenübersteht, all das, etwas was von der Fülle wegnimmt, die das Licht zum Vorschein bringt, das sollen wir meiden.

Und das gelingt am besten, indem wir für alles dankbar sind, was wir als lebensfreundlich erleben. Und das lässt sich am besten erkennen, indem wir spüren, was das mit uns macht. Lebensfreundlich ist all das, was uns im Herzen und der Seele bereichert und dankbar macht. Dafür dürfen wir dankbar sein, um es zu vermehren.

Und alles was in uns eine Leere oder eine Suche auslöst, die nicht gestillt wird, das sollen wir meiden.

Kurzum, Dankbarkeit, Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit.

Das ist das, was unser Leben beleuchtet.

Und immer wenn die Finsternis, also das, was uns Kraft raubt oder Leere in uns erzeugt, deutlich spürbar ist, sollen wir uns davon fern halten und auf die Suche nach den lebendigen Quellen gehen.

Und dann leben wir als Kinder des Lichts, für uns selbst und für andere und für Gott.

Das klingt kompliziert, ist aber ganz einfach, wenn wir wieder spüren lernen, welche Erlebnisse in uns welche Gefühle auslösen. Und Jesus ist derjenige, der in uns die Möglichkeit wach gerufen hat und ermöglicht, immer wieder ins Licht zu laufen und den Schatten den Rücken zu kehren.

Die Pflanzen machen uns das vor, besonders beeindruckend die Sonnenblumen. In Minutenschnelle richten sie ihr Köpfchen nach dem Licht aus.

Ihrem Beispiel will ich folgen.

pixabay

Deshalb werden wir so schnell wie möglich auch Sonnenblumen im Garten aussähen, direkt an die Mauer, damit sie uns und vielen ein gutes Beispiel geben können.

Amen.

Vater unser…

So segne und behüte Euch der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

 64 Besuche,  1 Heute

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.