Impulse für jeden Tag

10. März 2021

Vom Schatz im Acker und der kostbaren Perle
(Mt 13, 44-46)

44Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude geht er hin und

verkauft alles, was er hat, und kauft den Acker.

45Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, 46und da er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.

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Sonntag – Sonnentag, 7. März 2021


Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,
wieder Sonntag, wieder ein Sonnentag. Sonntag Okuli.

Im Namen Gottes des Vaters und es Sohnes und des Heiligen Geistes. AMEN.

Heute geht es im weitesten Sinne, darum, was nötig ist, um fruchtbaren Boden zu bekommen, mit Bildern aus der Landwirtschaft – mit Bildern aus unserem Innerten, was uns selbst fruchtbar werden lässt.

Der Wochenspruch lautet: 

„Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“

Lk 9,62

Was geschieht im Zurückblicken?

Man kann beoabchten, dass mit dem Aufreißen des Ackers erst einmal alles viel Schlimmer aussieht, als vorher. Aber wo wir nichts Altes aufreißen oder aufbrechen – im Garten z.B. – da bleibt der Boden für neuen Samen verschlossen.
Andererseits lenkt es uns ab, wenn wir dem nachtrauern, was durch den Pflug zerstört wird.
Die gesamte Natur funktioniert so: wenn die Bäume jetzt ausschlagen, nach dem Winter, dann werfen sie alles ab, was noch übrig ist – falls noch etwas übrig ist, auch die Knospenschale: Das Neue braucht Platz. Davon hören wir im ersten Lied.


Evangelium Lk 9, 57-62

Ansprache Epheser 5, 1-9

Liebe Gemeinde,

das Gegenüber von Licht und Finsternis, von dem die Bibel so oft spricht, wird ganz oft als schwarz-weiß Denken oder falsch-richtig unter die Kategorie veraltet geschoben.

Aber Licht und Finsternis sind eben nicht einfach nur schwarz-weiß bzw. falsch oder richtig.

Selbst wenn man dem Licht den Tag zuordnet und der Finsternis die Nacht, wird man beim Beobachten feststellen – das stimmt nicht.

Die Nacht hat nicht nur Angst und Schrecken, sondern sie hat oft Mond und Sterne und viele Facetten mehr. Es gibt auch ein Sprichwort, das heißt: in der Nacht sind alle Katzen … grau. Grau ja, aber eben nicht schwarz.

Umgekehrt birgt der Tag nicht nur die Sonnenseiten unserer Wahrnehmung – auch da gibt es Nebel, zu viel Licht, das blendet oder sogar verletzt und unendlich viele Facetten mehr.

Sicher ist: Licht und Finsternis prägen unser Leben enorm. Jedes einzelne Phänomen im Bereich Licht und Finsternis – Sonnenfinsternis oder Sternbilder haben einen bemerkenswerten Einfluss auf unser Leben, egal, aus welchem christlichen oder sonstigen Hintergrund wir kommen, seit Jahrtausenden.

Jetzt, da die Tage deutlich länger werden, wird das besonders deutlich – unser ganzes Leben, unsere Stimmung verändert sich spürbar, egal, was um uns herum sonst so los ist.

Wenn Paulus hier im Epheserbrief oder die Bibel allgemein von Licht und Finsternis spricht, dann verstehe ich darunter vielmehr das Licht und alles was durch das Licht sichtbar wird – auch durch die Lichter der Nacht – also Mond und Sterne im Unterschied zur Finsternis, im Sinne von NICHTS. In einem dunklen Zimmer, bei geschlossenen Rollos sehe ich tatsächlich beinahe nichts – und stolpere manchmal über alles, was trotzdem da ist.

Überall wo Licht ist, da ist nicht automatisch alles richtig – es ist nicht einfach nur weiß, sondern die Welt erscheint in vielen wunderschönen Farben. Sie ist bunt. Und erst im Licht erscheinen eben auch die Unterschiede, auch die Unterschiede zwischen gut und böse oder lebensfreundlich und lebensfeindlich – das trifft es m.E. besser.

Paulus nun erinnert uns, worauf unser Fokus gerichtet sein soll, wenn wir Gott kennen, in Jesus. Er sagt: lebt als Kinder des Lichts.

Das ist nun ganz einfach:

Alles was meinem oder dem Leben des anderen feindlich gegenübersteht, all das, etwas was von der Fülle wegnimmt, die das Licht zum Vorschein bringt, das sollen wir meiden.

Und das gelingt am besten, indem wir für alles dankbar sind, was wir als lebensfreundlich erleben. Und das lässt sich am besten erkennen, indem wir spüren, was das mit uns macht. Lebensfreundlich ist all das, was uns im Herzen und der Seele bereichert und dankbar macht. Dafür dürfen wir dankbar sein, um es zu vermehren.

Und alles was in uns eine Leere oder eine Suche auslöst, die nicht gestillt wird, das sollen wir meiden.

Kurzum, Dankbarkeit, Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit.

Das ist das, was unser Leben beleuchtet.

Und immer wenn die Finsternis, also das, was uns Kraft raubt oder Leere in uns erzeugt, deutlich spürbar ist, sollen wir uns davon fern halten und auf die Suche nach den lebendigen Quellen gehen.

Und dann leben wir als Kinder des Lichts, für uns selbst und für andere und für Gott.

Das klingt kompliziert, ist aber ganz einfach, wenn wir wieder spüren lernen, welche Erlebnisse in uns welche Gefühle auslösen. Und Jesus ist derjenige, der in uns die Möglichkeit wach gerufen hat und ermöglicht, immer wieder ins Licht zu laufen und den Schatten den Rücken zu kehren.

Die Pflanzen machen uns das vor, besonders beeindruckend die Sonnenblumen. In Minutenschnelle richten sie ihr Köpfchen nach dem Licht aus.

Ihrem Beispiel will ich folgen.

pixabay

Deshalb werden wir so schnell wie möglich auch Sonnenblumen im Garten aussähen, direkt an die Mauer, damit sie uns und vielen ein gutes Beispiel geben können.

Amen.

Vater unser…

So segne und behüte Euch der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

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6. März 2021 – Wochenende und Sonnenschein ;-)


DEIN REICH KOMME.
AMEN.

Ein Blinder bei Jericho und die Frage: „Was willst Du, dass ich für Dich tun soll?“
Diese Frage ist zu meinem Lebensmotto geworden.
Im Video von Donnerstag eine wunderbare Interpretation durch Johannes, durch seine Liedauswahl (dieses Mal in zwei Teilen), allerdings habe ich erlebt dass Menschen eher selten genau wissen, was sie wollen. Erst, wenn sie gefragt werden, beginnen sie wirklich darüber nachzudenken:

Eine segensreiches sonniges Wochenende mit herzlichen Grüßen aus dem Pfarrhaus…

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4. März 2021


Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,
anlässlich einer Beerdigung heute im Pfarrsitzort Sonneborn ist mir das Taubenlied des Geflügelzüchtervereins begegnet, mit dem ich – ehrlich gesagt – zunächst nicht so viel anzufangen wusste.
Doch dann ist mir ein Satz ins Ohr gefallen, den ich gut einzuordnen vermochte:
„Ach wie wird mir Angst und Wehe, wenn ich keine Tauben sehe…“

Die Taube ist im christlichen Glauben ein wichtiges Symbol.
An entscheidenden Wendepunkten in Gottes Geschichte hat sie eine tragende Rolle. Nach der Sintflut beispielsweise und besonders bei der Taufe Jesu.
Sie spielt dann eine tragende Rolle, wenn wir mit unseren eigenen Möglichkeiten an Grenzen geraten. Bei der Sintflut – da war die Taube Hoffnungsträger dafür, das neues Leben beginnt.
Bei der Taufe Jesu – an Weihnachten haben wir den Zustand der Welt besungen, in einem der beliebtesten Weihnachtslieder „O du fröhliche“ heißt es: „Welt ging verloren – Christ ward geboren. Freue Dich o Christenheit.“

Die Taube ist Symbol für den Heiligen Geist, der bei der Taufe Jesu bestätigt, dass die eigentlich sich erneut dem Untergang zugewendete, verlorene Welt, eine neue Verheißung auf Zukunft erhält. Und der Heilige Geist ist es auch, der dann an Pfingsten den Jüngern den Mund für alle Weltsprachen öffnet, um die gute Nachricht der erneuten Rettung der Welt weiterzutragen.

„Ach wie wird mir Angst und Wehe, wenn ich keine Tauben sehe…“

Für jeden Abschied im Leben möchte uns das Symbol der Taube ebenfalls tragen und das ganz besonders durch diese Tage der Weltzeit. Die Welt scheint gerade wieder verloren – wir werden es nachher bemerken, wenn wir nur mit 25 Menschen am Grab stehen dürfen und alle anderen nach Hause gehen müssen.

Aber es ist für alles Betrauernswerte und für jede Leere, die wir spüren, die Taube, die die Richtung vorgibt. Hier haben wir Tauben im Hof, auf dem Kirchturm, bei uns wohnen sie um den Balkon und im Garten des Pfarrhauses – wunderschöne Tauben. Die Taube bleibt das Symbol dafür, dass Gott unsere Leere wieder neu füllen möchte, mit seinem Geist, der Tröster ist und Leben in Fülle schenken möchte. Und die Taube ist das Zeichen des Friedens, ein Frieden, der all das, was in unserem Leben fehlt oder in all das, was durcheinander geraten ist, die Ruhe und Zuversicht schenkt, die wir so dringend brauchen.

Und zuletzt steht die Taube für den Glauben, der uns gegen allen Augenschein und alles wissen in Erinnerung ruft, was uns durch viele Zeugen immer wieder zugesagt wird:

Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. (1. Joh 5,4)

Mit diesem Vers wünsche ich uns allen, dass wir Trost finden über all das Verlorene in unserem Leben und ich wünsche uns, dass wir neuen Frieden und eine neue Welt entdecken, wie nach der Sintflut und nach dem Tod Jesu, als plötzlich klar war: Ich lebe und ihr sollt auch leben, in Ewigkeit.

Amen.

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2. März 2021

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,
rechtes Urteil und Erkenntis…
Ich habe den Eindruck, dass das einzig rechte Urteil und Erkenntnis, darin besteht, dass wir in Sanftmut und Weisheit miteinander umgehen und der einzige Weg, der uns dazu Vorbild sein kann, ist der, den Jesus gegangen ist.
Ein inzwischen sehr guter Freund hat kürzlich seine Unterlagen zu einem Bibeltext zum Thema Wahrheit herausgesucht.
Die Erkenntnis: wir haben es bei der Frage nach Wahrheit nicht mit „der“ Wahrheit zu tun, sondern mit einer Person – Jesus.
Und Jesus definiert Wahrheit jeweils angesichts jeder einzelnen Begegnung wieder neu, nämlich anhand der Bedürfnisse und des Willens seines Gegenübers… und vor allem anhand seines Glaubens.
Ob wir unser Leben, unseren eigenen Willen anderen gegenüber jemals so deutlich loslassen können, dass uns das gelingt?

Ich hoffe… denn das ist eine wundervolle Erfahrung für alle Seiten.
Wer ist weise und klug unter euch?
Wir können alle, wenn wir wollen.
Amen.

 12 Besuche

1. März 2021

Text: Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart – Grafik: © GemeindebriefDruckerei

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,
nach einem weiteren Sonntag mit Auferstehungssonne und entprechend viel Licht in den Gottesdiensten des gestrigen Tages, ist es heute wieder trüb vor dem Fenster.
So wurde für mich der gestrige Sonntag zu einem Lobgesang in zwei völlig unterschiedlichen Gottesdiensten – Wangenheim und Haina.

In den Ereignissen rund um den Monatsspruch für den März geht es den Jüngern ähnlich.
Obwohl sie mit Jesus bereits auf dem Weg zur Kreuzigung sind, das ist der Palmsonntag, also der Einzug in Jerusalem und eigentlich erst der letzte Sonntag der Passionszeit, stimmen sie einen Lobgesang an, der Aufsehen erregt.

Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn!
Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!
39Und einige von den Pharisäern in der Menge sprachen zu ihm: Meister, weise doch deine Jünger zurecht!
40Er antwortete und sprach: Ich sage euch:

Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.

Ich hoffe, dass diejenigen, die die Hoffnung durch die Krisen des Lebens und dieser Monate hochhalten und tragen und laut rufen, durchhalten.
Ich erinnere mich noch über die verächtlichen Aussagen über das sonntägliche Sündenbekenntnis zu Beginn eines jeden Gottesdienstes: „Ich will doch nicht jeden Sonntag wissen, wie falsch ich bin.“
Richtig, aber wenn es doch so ist.
Viele spüren, dass wir mit dem, woran wir unser Herz, unsere gesamte Aufmerksamkeit gelenkt haben, noch wesentlich konsequenter in die Irre gegangen sind als wir das vielleicht bisher gespürt haben.
Insofern täte es uns vermutlich gut, wieder zu Einsicht, regelmäßiger Buße und Umkehr zurückzukehren.
In diesen Tagen aber spüre ich, wie viel Not-wendiger gerade jetzt die andere Seite unseres Glaubens ist.
Wir dürfen Gott loben, der uns durch diese Zeit begleitet, mit uns gegangen ist, durch das größte Leid, das einem Vater widerfahren kann – das Leiden und Sterben seines ei(ge)ngeborenen Sohnes.
Wir dürfen Gott vor allem auch deswegen loben, weil er diesem, seinem eigenen Leidensweg ein so wunderbares Ende gesetzt hat – den Neubeginn eines neuen Tages, ein Aufstehen aus dem Totgeglaubten, einen neuen Geist für die ganze Welt – voll Trost und Kraft.
Und sollte es wirklich einmal keine Jünger mehr geben, dann werden die Steine schreien.
Das allerdings möchte ich persönlich nicht erleben.
Und Du?
Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Schuld und unser Lobgesang, der bewahre uns in diesem Monat und geleite uns zur Auferstehung aus allem, was sich gerade tot anfühlt.
Amen.


 30 Besuche

Sonntag, 28. Februar 2021

Und irgendwie ist jeder Sonntag in diesen Monaten eine Erinnerung an die Verheißung des Auferstandenen: „Siehe ich lebe – und ihr sollt auch leben!“ (Joh 14, 19)

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,
so fürchte dich nun nicht, denn ich bin bei dir.

Eine Wort für alle, die Gott bei sich wohnen lassen.

Im Gottesdienst am zweiten Sonntag der Passionszeit hören wir aber auch klare Worte dazu, was geschieht, wenn wir den Reichtum, den Vorschuss an Gnade, Güte, Liebe, Fülle und Freiheit, den Gott für uns vorbereitet hat, nicht zu nutzen wissen, beim Propheten Jesaja, im 5. Kapitel:

Das Lied vom unfruchtbaren Weinberg

51Wohlan, ich will von meinem lieben Freunde singen, ein Lied von meinem Freund und seinem Weinberg.

Mein Freund hatte einen Weinberg auf einer fetten Höhe. 2Und er grub ihn um und entsteinte ihn und pflanzte darin edle Reben. Er baute auch einen Turm darin und grub eine Kelter und wartete darauf, dass er gute Trauben brächte; aber er brachte schlechte.

3Nun richtet, ihr Bürger zu Jerusalem und ihr Männer Judas, zwischen mir und meinem Weinberg! 4Was sollte man noch mehr tun an meinem Weinberg, das ich nicht getan habe an ihm? Warum hat er denn schlechte Trauben gebracht, während ich darauf wartete, dass er gute brächte?

5Wohlan, ich will euch zeigen, was ich mit meinem Weinberg tun will! Sein Zaun soll weggenommen werden, dass er kahl gefressen werde, und seine Mauer soll eingerissen werden, dass er zertreten werde. 6Ich will ihn wüst liegen lassen, dass er nicht beschnitten noch gehackt werde, sondern Disteln und Dornen darauf wachsen, und will den Wolken gebieten, dass sie nicht darauf regnen.

7Des Herrn Zebaoth Weinberg aber ist das Haus Israel und die Männer Judas seine Pflanzung, an der sein Herz hing. Er wartete auf Rechtsspruch, siehe, da war Rechtsbruch, auf Gerechtigkeit, siehe, da war Geschrei über Schlechtigkeit.

Liebe Gemeinde,

das Lied vom unfruchtbaren Weinberg ist im heutigen Predigttext zwar unmittelbar mit dem Haus Israel in Verbindung gesetzt, aber das könnten wir heute wohl auch auf alle Menschen, vielleicht sogar ganz besonders für unser Land anstimmen, das 2019 als stärkste Volkswirtschaft der EU in die Pandemie gestartet ist.

Wir hören von einem Weinberg, beste Lage, edle Reben, beste Ausstattung – perfekte Grundlagen in Hülle und Fülle, sowohl um gute Frucht zu bringen, aber eben auch, um sich auszuruhen und den Dingen ihren Lauf zu lassen.

Vielleicht sind es gerade die guten Rahmenbedingungen, die uns dazu verleiten, das Wesentliche zu übersehen und sich von den Nebensächlichkeiten und der guten Ausstattung blenden oder berauschen zu lassen.

Vielleicht geht gerade dadurch die Klarheit verloren, um gute Entscheidungen zu treffen, das, was Sinn bringt und das, was unsere Bestimmung war. Ein edler Weinberg hat die Möglichkeiten als auch die Bestimmung, guten Wein zu bringen, nicht schlechten.

Wenn das trotz bester Bedingungen nicht gelingt, hat er seine Bestimmung wohl verfehlt und dann stellt sich die Frage nach der Daseinsberechtigung.

Allerdings kommt es so hart gar nicht.

Der Weinbergbesitzer löst lediglich die guten Bedingungen auf.

Wenn dann noch etwas nach seiner Bestimmung wachsen soll, dann ist jetzt allen Betroffenen klar, dass das viel Arbeit werden wird.

Jetzt heißt es Zähne zusammenbeißen und anpacken – die Versäumnisse wett zu machen, kostet ein vielfaches an Energie im Vergleich zum Aufwand unter besten Umständen.

Und doch haben – aus meiner Erfahrung – Totgeglaubte, lebendig Begrabene oft viel mehr Potential als diejenigen, die immer in Saft und Kraft stehen – völlig egal, an welches Schöpfungswunder dabei gedacht wird.

Die Erfahrung/Konfrontation mit der Möglichkeit des Scheiterns weckt in allem Lebendigen den Überlebenskampf viel mehr als ein Leben in Hülle und Fülle, beim umgehauenen Baum ebenso, wie bei einem Leben, das in die Irre gegangen ist, seine Bestimmung verfehlt hat, obwohl die Bedingungen dafür bestmöglich waren. Ein wunderbares Beispiel ist das Gleichnis vom verlorenen Sohn.

Unter besonders ungünstigen Umständen wird die Not so groß, dass die Sehnsucht nach Erlösung noch größer wird.

Und wenn die Not so groß ist, dass allen einleuchtet, dass man sich selbst nicht mehr helfen kann, dann wächst auch die Bereitschaft, sich helfen zu lassen und die Sehnsucht nach dem, was wirklich zählt.

Und da kommt Gott ins Spiel.

Er bringt Licht ins Dunkel und damit wird das Dunkel erhellt.

Davon spricht das Evangelium.

Das Licht heißt Jesus und das Dunkel Sünde und Leere/Nichts.

Alle, die sich dem Licht stellen, haben die Möglichkeit, das Dunkel zu überwinden. Dazu braucht es nur den Mut zur Wahrheit.

Aber immer wieder erleben Menschen, dass es schmerzhaft ist, sich seinem Dunkel, seinen dunklen Seiten zu stellen und daher laufen sie dem Licht davon.

Gott möchte durch Jesus unser Dunkel beleuchten und damit erreichen, dass wir nicht im Dunkel verloren gehen, sondern das ewige Leben haben, ein Leben im Licht, zu Lebzeiten und darüber hinaus.

Gott regiert über die gesamte Schöpfung und er möchte auch in Deinem Herzen und Deiner Seele regieren, damit all Dein Dunkel beleuchtet wird und Dir der Mut zur Umkehr gelingt.

Und wenn wir das erkennen, einzeln und als Land des Wohlstands und unserer Bestimmung folgen – nämlich unsere Möglichkeiten nutzen, nicht um noch mehr zusammenzusammeln für unseren eigenen Nutzen, sondern von dem Überfluss abgeben, dorthin, wo es ganz anders aussieht und zugeht als bei uns.

Doch dieser Schritt des Loslassens gelingt nur, wenn in uns ein anderer Geist regiert als der des Vergleichens, des Neides und der Hochmut, dass es Menschen gibt, denen mehr zusteht und Menschen, denen weniger zusteht. Wir sind nicht mehr und nicht weniger als Menschen und in diesen Tagen letztlich alle gleich verletzlich, aber eben auch gleichermaßen alle in der Lage, umzukehren, Gott regieren zu lassen.

Darum singe ich: Herr, regier in mir.
Amen.

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27. Februar 2021

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,
wie wichtig wäre es für uns alle, wenn wir endlich wieder spüren könnten, dass wir auf des HERRN Flügeln getragen wissen dürften – sichtbar, spürbar.
Viele Menschen, mit denen ich spreche, gelingt das auch durch diese Zeit.
Sie verbindet ein Geheimnis:
Sie versuchen, sich durch diese Monate nicht selbst über Wasser oder in der Luft zu halten, sondern sie lassen sich tragen, gerade jetzt.
Für mich stellt sich die Frage, ob wir überhaupt noch in der Lage sind, uns tragen zu lassen. Haben viele von uns nicht sogar gänzlich verlernt, sich tragen zu lassen.
Lieber laufen sie alleine, müssen sich etwas beweisen und wozu sollte ich mir Hilfe holen. Es ist doch ein Zeichen von Schwäche, Hilfe anzunehmen, sich tragen zu lassen.
Und so ist der Glaube an diesen HERRN nun doch geworden, was man einmal laut ausgesprochen hat – OPIUM fürs Volk.
Und damit ist des HERRN Volk in die Irre gegangen oder nicht einmal das – in die Leere.
Und dann verwundert es mich nicht, wenn ein Volk sich nicht mehr getragen fühlt. Von wem denn?
OPIUM trägt nicht – es benebelt und nimmt die Klarheit.
Der HERR aber schenkt uns Klarheit über sich und unsere Zukunft.
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft (die stößt gerade an ihre Grenzen), wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren.
Wahrlich!
AMEN.


 30 Besuche

25. Februar 2021


Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,

der Vers aus dem Römerbrief spiegelt eine Wahrheit, die uns gerade in dieser Zeit durchatmen lässt.
Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes.
Meine Antwort darauf lautet: ich will diesen Gott lieben – und das verändert mich. Ich will mehr sein, wie er uns das in Jesus gezeigt hat, auch wenn es immer wieder schwer fällt.
Und Du?

Die Meldung über Alphatiere und deren Schwierigkeiten an der falschen Stelle, lesen wir heute in den Medien.
Immer wieder ein Hinweis über unsere Möglichkeiten und deren Grenzen…

Heute dazu ein Text aus dem Jakobusbrief (Jakobus 4, 1-10) dazu:

Warnung vor Unfriede

41Woher kommt Streit, woher Krieg unter euch? Kommt’s nicht daher: aus euren Gelüsten, die da streiten in euren Gliedern? 2Ihr seid begierig und erlangt’s nicht; ihr mordet und neidet und gewinnt nichts; ihr streitet und kämpft; ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet; 3ihr bittet und empfangt’s nicht, weil ihr in übler Absicht bittet, nämlich damit ihr’s für eure Gelüste vergeuden könnt.

4Ihr Ehebrecher, wisst ihr nicht, dass Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist? Wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein. 5Oder meint ihr, die Schrift sage umsonst: Der Geist, den er in uns wohnen ließ, drängt nach Neid; 6doch Gott gibt größere Gnade. Darum heißt es (Spr 3,34): »Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.«

7So seid nun Gott untertan.

Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch. 8

Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch.

Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, ihr Wankelmütigen. 9Klagt, trauert und weint; euer Lachen verkehre sich in Weinen und eure Freude in Traurigkeit. 10Demütigt euch vor dem Herrn, so wird er euch erhöhen.

Amen.

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24. Februar 2021

22. Februar – die Sonne sinkt in beachtlichen Farben.

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,

der Sonnenuntergang am 22. Februar, der seine Verheißung am Folgetag erfüllt.
Gestern, am 23. Februar war es das erste Mal wieder etwas wärmer in der Kirche und die Plätze nach Corona-Auflagen waren nahezu ausgefüllt, als die Sonne an diesem Tag sing(k)t.
Ihr sollt die Fülle haben…
Es ist und bleibt eine Herausforderung, in dieser Zeit eine neue Pfarrstelle zu übernehmen, aber jetzt, mit dem Frühling, beginnt es überall zu blühen.
Das Leben im Kirchspiel beginnt wieder zu erwachen. Regionalkantor Johannes Götze mit seinen Interpretationen mit Geist, Schwung und Begeisterung – Kirchenmusik auch einmal ganz anders, andere Zeiten, dritte Orte.
Ich fühle mich gesegnet, weil ich den Rahmen begleiten darf und manchmal mitsingen kann, Lieder aus einer Zeit, in der ich unglaublich begeistert und glücklich war, in Gott, mit Gott, unter Gottes Wort.
Das Glück kehrt zurück und die neue Fülle im neuen Land tut gut.
Nicht so viel Glück habe ich derzeit noch mit der Technik, aber ich hoffe, dass sich das auch bald wieder ändern wird. Uns entgeht heute im Video das Vorspiel, die Lesung und ein Teil der Interpretation der Lesung, aber auch das wird vorübergehen.

Die Texte des gestrigen Tages (Lk 10, 21-37) und die Musik:

Jesu Lobpreis des Vaters

21Zu der Stunde freute sich Jesus im Heiligen Geist und rief: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du dies Weisen und Klugen verborgen hast und hast es Unmündigen offenbart. Ja, Vater, so hat es dir wohlgefallen. 22Alles ist mir übergeben von meinem Vater. Und niemand weiß, wer der Sohn ist, als nur der Vater, noch, wer der Vater ist, als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will. 23 Und er wandte sich zu seinen Jüngern und sprach zu ihnen allein: Selig sind die Augen, die sehen, was ihr seht. 24Denn ich sage euch:

Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben’s nicht gesehen, und hören, was ihr hört, und haben’s nicht gehört.

Die Frage nach dem ewigen Leben. Der barmherzige Samariter

25Und siehe, da stand ein Gesetzeslehrer auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muss ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe? 26Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du? 27Er antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft und deinem ganzen Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst« (5. Mose 6,5; 3. Mose 19,18). 28Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tu das, so wirst du leben.

29Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus:

Wer ist denn mein Nächster? 30Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halb tot liegen. 31Es traf sich aber, dass ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und als er ihn sah, ging er vorüber. 32Desgleichen auch ein Levit: Als er zu der Stelle kam und ihn sah, ging er vorüber. 33Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte es ihn; 34und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn. 35Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir’s bezahlen, wenn ich wiederkomme. 36Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste geworden dem, der unter die Räuber gefallen war? 37Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm:

So geh hin und tu desgleichen!




 19 Besuche

22. Februar 2021

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,

eine Entdeckung meiner Jungs am letzten Wochenende.
Um Missstände zu wissen ist das Eine. Sie in Händen zu halten ist das Nächste.
Sie zu heben und beleben, ist eine Herzensangelegenheit.
Die Kirche zu Sonneborn hat eine ganz besondere Geschichte – wie jede Kirche. Selbst ihren Standort hat die Kirche schon einmal gewechselt – aus der Ortsmitte an den Rand.
Oft begiebt sich Jesus an die abgelegenen Orte seiner Zeit um etwas Großartiges auf den Weg zu bringen.
Ob das wohl auf Sonneborn auch zutrifft.
Wir überlegen als Gemeindekirchenrat, was wir tun, denn Herzblut ist wahrlich bereits jede Menge eingeflossen zur Erhaltung dieser für mich so einmaligen Kirche, die ich jeden Tag in allen Facetten meines und ihres Lebens von meinem Schreibtisch aus erleben darf.
Wenn Sie eine Idee haben, ein Anliegen, einen Hinweis, eine schöne Geschichte in Verbindung mit dieser Kirche, die Ihr Herz berührt hat, dann kommentieren Sie doch bitte gerne.
Diese Woche – eine Woche voller Sonnenschein – soll die Kirche einmal im Detail im Mittelpunkt stehen, weil es möglicherweise am Ende der Woche Ideen geben soll, wie wir weiter verfahren.
Hier ein erster Eindruck, wie wundervoll die Kirche mit dem „weltlichen“ Urgrund des Ortes verbunden ist:

Der Sonnenbrunnen und die Auferstehung…

Und immer hören wir in den Losungen und Lehrtexten, wie Gott sich der Elenden und Niedrigen annimmt, wie heute Hanna und Maria.
Ob das wohl auch für ganze Kirchen und Orte gilt? Heute noch? Immer noch? Wieder?
Ich glaube, ja.
Und Du?

 28 Besuche

Sonntag, 21. Februar 2021 – INVOCAVIT

„Und es war Nacht.“ – Joh 13,30

Wochenspruch:

„Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.“
1. Joh 3,8

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,

um die Werke des Teufels zu zerstören, mussten beide noch einmal Raum bekommen, so hören wir es im heutigen Predigttext.

Der Lieblingsjünger und der Verräter sitzen im Predigttext heute noch einmal gemeinsam am Tisch. Und am Ende dieser Begegnung heißt es schlicht. Und es war Nacht. Dieses Gefühl begleitet uns irgendwie schon länger und es wird noch eine Weile bleiben, aber wir sind nicht allein, Jesus ist den Weg ebenfalls gegangen und er hat die Lösung gebracht.

  • Evangelium Mt 4, 1-11

Jesu Versuchung

(Mk 1,12-13; Lk 4,1-13)

41Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde. 2Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. 3Und der Versucher trat herzu und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so sprich, dass diese Steine Brot werden. 4Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben (5. Mose 8,3): »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.«

5Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels 6und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben (Ps 91,11-12): »Er wird seinen Engeln für dich Befehl geben; und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.« 7Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben (5. Mose 6,16): »Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.«

8Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit 9und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. 10Da sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn es steht geschrieben (5. Mose 6,13): »Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen.« 11Da verließ ihn der Teufel. Und siehe, da traten Engel herzu und dienten ihm.

Glaubensbekenntnis

  • Ansprache Joh 13,21–30

Gnade sie mit Euch und Friede von Gott unserm Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Amen.

Jesus, der Lieblingsjünger und der Verräter

(Mt 26,21-25; Mk 14,18-21; Lk 22,21-23)

21Als Jesus das gesagt hatte, wurde er erregt im Geist und bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten. 22Da sahen sich die Jünger untereinander an, und ihnen wurde bange, von wem er wohl redete. 23Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische lag an der Brust Jesu, den hatte Jesus lieb. 24Dem winkte Simon Petrus, dass er fragen sollte, wer es wäre, von dem er redete. 25Da lehnte der sich an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist’s? 26Jesus antwortete: Der ist’s, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er nahm den Bissen, tauchte ihn ein und gab ihn Judas, dem Sohn des Simon Iskariot. 27Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du tust, das tue bald! 28Niemand am Tisch aber wusste, wozu er ihm das sagte. 29Denn einige meinten, weil Judas den Beutel hatte, spräche Jesus zu ihm: Kaufe, was wir zum Fest nötig haben!, oder dass er den Armen etwas geben sollte. 30Als er nun den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus. Und es war Nacht.

Ich bete in der Stille:

Herr, Jesus Christus, schenke Du uns hier und heute und jeden Tag ein Wort für unser Herz und ein Herz für Dein Wort.  Amen.

Liebe Gemeinde,

sicher war es am Abend des letzten Abendmahles auch draußen finster geworden.

Die Nacht von der Johannes hier berichtet ist Nacht im doppelten Sinne. Draußen und in Herzen und Gedanken.

Hier geht es um Verrat und die Jünger scheinen zu wissen, was es bedeutet. Gleich zu Beginn des Textes wird ihnen Angst und Bang, als Jesus ankündigt, dass es einen von ihnen treffen wird.

Drei Dinge beeindrucken mich besonders.

Jesus – vom dem wir auch hören, wie er im Garten Gethsemane noch darum bittet, dass der Kelch – also der Tod – an ihm vorübergehen möge, handelt hier souverän. Am Tisch ist er Herr der Lage, wohlwissend, was da auf ihn zukommt und womit er konfrontiert wird.

Zugleich bleibt es aber auch dem Verräter nicht erspart, dieses Los zu tragen. Für Judas endet die Aufgabe tödlich. Er kann am Ende nicht damit leben. Aber das ist eine andere Geschichte.

Und dann bleibt es aber auch geheim vor den anderen, wen es trifft- bis wenige Stunden später offenbar wird, wer die Last zu tragen hat.

Und es war Nacht.

Wir kennen die Nacht inzwischen noch einmal in einer ganz anderen Dimension, mit Ausgangssperre, Unsicherheit, Angst, Verboten, Strafen, aber eben auch einem Stern, wie vor über 2000 Jahren.

Die Dunkelheit wird in diesem Text unmittelbar mit dem Satan in Verbindung gebracht und das leuchtet mir ein.

Wenn Menschen gefangen sind von der Leere, die wir manchmal im Leben fühlen können, weil wir nach Leben suchen, wo keines zu haben ist, dann verändert sich die eigene Perspektive auf alle Dinge. Plötzlich wittern Menschen überall Schlechtes, Böses, Verschwörungen gegen sich selbst und gegen jede optimistische Fassung von Wahrheit. Der Lockdown hat das durch die unendlichen Nebenwirkungen massiv zutage gebracht, zusätzlich zu den vielen Dingen, die sonst oder ohnehin unser Leben verfinstern können. Auch Erschöpfung kann dazu gehören oder Einsamkeit. Psychologen kennen das unter dem Begriff Depression – eine Niederdrückung.

Jesu Weg führt tief hinein in eine solche Depression, für alle Beteiligten, weil sein Tod zunächst bedeutet, dass scheinbar alles was den Menschen Hoffnung gab, verloren schien, niedergedrückt, erstickt wurde.

Jesu Tod bringt am Karfreitag eine Weltennacht, eine Depression, mit sich, am Himmel und in den Herzen und Seelen der Jünger.

Wenn der Herr nicht bei uns bleibt, dann wird es wirklich dunkel. Und vielleicht ist das auch der Grund, warum gerade heute so viel dunkel in unseren Herzen und Seelen herrscht. Gottverlassenheit auf allen Ebenen.

Die einzige Macht, die uns retten kann, ist Gottes Liebe zu dieser Welt, die die Nacht am Ostermorgen wieder wendet. Damit schlägt Jesus die Angst, die Versuchung, aufzugeben und sich der Angst geschlagen zu geben, in die Flucht.
Durch Gottes Handeln an ihm wird er wieder aufgerichtet und wir mit ihm, wenn wir ihm und an ihn glauben, ihm vertrauen.

Deshalb dürfen wir nicht aufgeben, an das Gute zu glauben, an den Herrn, der alles wenden kann, auch die größte Angst und Bedrückung.

Judas scheitert am Ende und stirbt. Er wird überwältigt, auch weil ihm niemand seine Schuld, sein Last, seine Bedrückung abnehmen will. Ihn hätten die Menschen auch danach noch lieben können, wieder aufrichten und zugestehen, was Jesus allen zugestanden hat, damals: die Vergebung.

Doch dafür braucht es mehr als Angst und Zweifel – dafür braucht es lebendige Hoffnung gegen den Augenschein und Vertrauen in Gottes Liebe für die ganze Welt und die Umkehr von allem Dunkel und aller Bedrückung – Evangelium – frohe Botschaft.

Es gibt ein Lied, das für mich wie eine Anleitung durch diese Zeit ist. Es heißt: Liebe Deinen Feind.

Lasst uns die Liebe zum Leben und zur Welt nicht aufgeben – gegen alle dunklen Gedanken und den Schleier der Angst in der Nacht.

Das Leben will gewinnen, sich wieder aufrichten, wie die Natur im Frühling.
Der Tod wird besiegt, wieder. Die Nacht wird enden.
Ich glaube fest daran.

Und deshalb werde ich nicht fasten, mich nicht zurückhalten, sondern Liebe und Umkehr predigen und leben und Wege finden, immer wieder neu, auch für unsere Gemeinschaft als Gemeinde.

Amen.

Und der Friede Gottes, bewahre unsere Herzen, Sinne und unsere Seele vor der Angst in seiner Liebe und im Zeugnis für ihn, jetzt und in alle Ewigkeit. Amen.

https://www.evangeliums.net/lieder/lied_liebe_deinen_feind_lasst_uns_von_jesus_lernen.html

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme, dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns in der Versuchung,
und erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit, in Ewigkeit.

Amen.


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18. Februar 2021

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,
„Herr, hab ich Gnade gefunden… so geh nicht vorüber.“
Die heutige Losung ist ein Vers aus einer langen Geschichte des Wartens – es ist die Geschichte von Abraham und Sara.
Abraham bekommt zusammen mit seiner Frau Sara eine wundervolle Verheißung, nämlich eigenes Land, Nachkommen und Segen.
Inzwischen ist eine unendlich lange Wartezeit zu Ende gegangen und vermutlich sind beide nicht mehr so richtig davon überzeugt, dass das geschieht, was besonders ersehnt ist – ein Kind.
Beide sind alt geworden – uralt in bestem biblischen Sinne. Es scheint unmöglich.
Und damit scheint das Gesamtpaket der Verheißungen, Gottes Versprechen an Abraham sinnlos.
Was ist die Zukunft ohne Kinder, die sie gestalten wollen und können.
Doch nun ist es so weit.
Abraham fragt, ob er wirklich Gnade gefunden hat, zu empfangen, was verheißen ist und bittet darum, dass Gott als Zeichen nun nicht noch einmal an ihm vorbei geht. Und Gott – in Gestalt der drei Männer – geht nicht vorüber.
Und dann kommt das Kind – entgegen aller Möglichkeiten – und obwohl Sara an diesem Tag nur noch lachen kann.
Und bei Zachäus ist es auch so.
Er sehnt sich nach Gnade, vielleicht auch, weil inzwischen niemand mehr mit ihm zu tun haben will.
Jesus ist anders er kehrt ein.
Ich glaube, das gilt auch für uns und unsere Tage.
Wenn wir uns nach Gnade sehnen, werden wir sie bekommen.
Dann kehrt er bei uns ein.
Ich sehne mich nach Gnade und hoffe auf die Verheißung.
Und Du?
Amen.


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17. Februar 2021 – Aschermittwoch

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,

Aschermittwoch – Fastenzeit.

Jesus Christus ist die Versöhnung für unsere Sünden – für die der ganzen Welt – und damit die Zuversicht aller auf Erden und fern am Meer.

!!!Halleluja!!!

Und heute geht die Zeit der Umkehr in eine ganz bewusste Phase.

In unseren Lesungen mit Gott und Johannes hören wir spannende Texte über die Nachfolge und auch über die Frage nach richtig und falsch:

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16. Februar 2021

Liebe Schwester, lieber Bruder, verbunden in Christus, in dieser Zeit,

es gibt genügend Anlass, sich zu fürchten in diesen Tagen.

Nach der weißen Pracht der letzten Tage und der klirrenden, aber eben auch klaren und klärenden Kälte wird die Welt jetzt wieder ein bisschen weniger „perfekt“, vielleicht sogar ein bisschen gelblich, trüb.

Auch Wasser und Fluten könnte es wieder geben.

Aber das sind alles Spekulationen und ich habe den Eindruck, dass Vieles von dem, was wir bekommen immer wieder darauf beruht, was wir erwarten und glauben – für das eigene Leben und als Gemeinschaft.

Jesus sagt: Dir geschehe, wie Du glaubst.

Ich glaube, dass es an der Zeit ist, dass wir alle gemeinsam erkennen, was Gott von uns möchte, weil er, der HERR, Gott ist und sonst keiner mehr.

Sein Ziel ist klar beschrieben, aus dem Buch der Zukunft, eine Offenbarung aus alter Zeit:

„Ja, alle Völker werden kommen und anbeten vor dir!
Denn du allein bist heilig!“

Amen.

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